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der etzt mit Händeklatſchen rief: Schau, ſchau! Welch köſtliche Roſſ' auf der Gaſſ'! Ein Schimmel und ein Fuchs! Ein's winkt herauf; es iſt der Marberger, Herr Vormund,'s iſt Dein Bu.— Er ſtieß das Fenſter auf. — Grüß Dich Gott, Herr Seppel!— Aber o wie iſt der Andere ſo ſchmuck angethan. Schau nur, Agnes, die rauhe Mütz mit dem langen Hahnſchweif darauf, und das grasgrüne Pelzjäckl ganz mit blankem Golde benäht!
Und außen ſang es fort:
Sonſt gab's in der Leſen Nur Weinen ſtatt Wein's, Zwei ſind wir geweſen, Und jetzt ſind wir Eins.
O welche Stimme! ſtöhnte das Mädchen, indem ſie verwirrt zum Fenſter wankte.—
Wende nur Dein Roß, Freund Michael, ſprach der Pfleger über ſie hinweg, mußt Deinen Ehrenabſchied zum Kaiſer zurücktragen, denn ſie mag weder Dich, noch des Adas Gehöft, will ſich lieber betten bei dem häß⸗ lichen Robler Ignaz unter die Lähne zu Vent.—
Michael? ſtammelte ſie, als der Huſar ſein Geſicht herkehrte. Michael, iſt es Dein Geiſt?— Der Huſar aber ſpornte ſein Roß und trieb es dicht an den Fenſter⸗ balken, und faßte mit der Rechten hinüber zu ihr und zog ſie heran, und bog ſich und preßte ihr Geſicht an ſeine Bruſt.
Agnes, treues, frommes Schätzle, ſprach er in In⸗ brunſt und Liebesglut, weiſeſt Du mich heut nicht ab, ſteig'ſt zu mir über den Fenſterbalken, und flüchteſt mit mir zu den Eisſeen hinauf?— Ja, ſie hat ganz recht, Herr Pfleger, nicht hier, nicht in des Adas Gehöft darf unſer Glück ſein Neſt bauen; hier ſtachen die Dornen,


