Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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hier brannte der Spott, hier iſts naß von Thränen und Blut. Dort oben, wo der Schnee ewig liegt, rein und weiß wie Dein Herz, wo das blaue Alpblümlein und die Eisroſe lebt ſchön wie Du, dort wollen wir ein Haus bauen, wie es keines gibt in Lengenfeld, und das ganze Oetzthal ſoll reden von der ſchönen Frau, die zwiſchen den Fernern hauſet.

Mögen ſie ſchweigen, ich habe ja Dich! lächelte durch Thränen das Mädchen.

Sie lacht, jauchzte der Knabe, haſt Du's geſchautt, Herr Marberger? Sie hat gelacht. O wie ſchön, daß der Michael heimgekehrt und ein ſchmucker Reiter ge⸗ worden! Laß mich's auch werden, Herr Vormund, daß ich dereinſt ebenfalls alſo in Ehr' und Glück hereinſtol⸗ ziren mag in das Oetzthal.

Denke nicht an Kleid und eiteln Prunk, mein Bu! ſprach zu ihm der alte Landpfleger. Denke beſſer daran, wie Gottes Auge und Segenshand die Treue und Red⸗ lichkeit auch in den Eisbergen und Schneeklüften nicht vergißt, und ſie auch dort, wo ſie die Welt nicht kennt und ſucht, lohnend zu finden weiß.