Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

496

warum? um in dem Schlunde dieſer Beſtie ein ſchlim⸗ meres Begräbniß zu finden.

Das furchtbare rieſige Thier kam immer näher, und das Herz der beiden Geſellen ſtand faſt ſtill im Bangen.

Doch jetzt ſah der murrende Waldkönig die Fremdlinge

in ſeinem Reiche, deren er wohl nie zuvor geſehen; denn ſtutzend hielt er an den wackelnden Gang, ſetzte ſich auf die Hinterbeine, ſtarrte eine Weile herüber, blinzelte und brummte, warf ſich dann wiederum zur Erde, drehete den ſchweren Leib und flüchtete im Trabe an der Wald⸗ wand hinab, und durch die erſte Lücke in das Dickicht hinein.

Herr, lachte Michael, das iſt der vernünftigſte Bär, welcher mir je begegnet. Wahrlich er nimmt Reißaus, will ſich mit uns nicht incommodiren. Nun, glückliche Reiſe, du alter Bu!

Ey hält uns für böſere Raubthiere als er ſelber, ſprach der Gefährte, und darin iſt Vernunft. Das Unthier muß wohl nie einen Menſchen geſehen haben.

Doch laßt uns nicht die Zeit verpappeln, Herr! trieb Nichael. Der Brummeavalier möchte ſich eines andern zu unſerm Schaden beſinnen.

Ohne weitern Anhalt ſchritten die Männer eilig dem Bär nach, verdoppelten ihre Schritte, nachdem ſie die gefährliche Lücke paſſirt, warfen noch einige ſorgſame Blicke zurück auf die Eiswand und die übereinanderge⸗ thürmten Gletſcher, die ſich hinter ihnen ſchroff erhoben, erreichten das Ende des ſchwarzen Waldes und ſahen mit unbeſchreiblichem Entzücken vor ſich ausgebreitet das Paradies des flachen Landes, fern zwiſchen Hügeln, Dorf und Stadt, drückten ſich im Gefühle der Rettung die Hände, und kletterten vorſichtig die kahlen, ſchräg ablau⸗

S