Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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Du biſt von hier, mein braver Burſch? fragte dann der Fremde.

WMeine Großväter wohnten in Vent, und auch ich wuchs im Dorf auf, und beſſer, ich wäre nie von hier gewandert, der Bergaar vekommt lahme Flügel, verläßt er ſein reines Luftrevier, antwortete ſeufzend der Schütz, indem er ſeine Büchſe mit dem Wamms abſtrich und Pfanne und Stein beſichtigte.

Wie heißt Dein Vater? fragte der Fremde weiter.

Forcher, Michael Forcher, wie ich, vom Schnalſerbach, antwortete der Schütz.

Forcher, fuhr der Fremde auf, der Name klang ſchon einmal gut und hell in der Geſchichte unſeres Fürſten⸗ hauſes. War's nicht ein Forcher, der den Friedrich von Tirol, den edelfinnigen Herzog mit der leeren Taſche, als er in Acht und Bann, verfolgt von zahlloſen Fein⸗ den wie ich, in dieſen Thalgrund flüchten mußte, auf ſtar⸗ ken Schultern über die Alpen trug und hinausrettete in's flache Land? Der Herzog machte ihn frei und ſchenkte ihm Gut und Wappen. Weißt Du davon, Michael Forcher?

Wohl erzählt man eine ſolche Mähr drunten im Dorf, aber mit dem Gut iſt's nichts, wenigſtens iſt nichts davon auf uns gekommen; ſoll's doch auch vor vielen hundert Jahren geſchehen ſein, und der Vetter, dem's geglückt, mag vielleicht außen geblieben ſein mit ſeinem Gut und Wappenbrief, und hat aus Stolz ſich nicht wieder um ſeine Blutsfreunde im armen Alpdorf ge⸗ kümmert. Aber glaube mir der Herr, der des guten Kai⸗ ſers Freund iſt, forderte es die Noth, ich trüge Euch auch hinüber über den Jöchel dort, dächte aber nicht dabei an Gut und Vornehmheit, denn damit könnte mir doch kein Glück gewonnen werden.