Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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Wie? fragte der Fremde überraſcht. Jene kleinen, vereinzelten Hütten mit Tannenreiſern und Moos belegt find Wohnungen für Menſchen? Ich hätte ſie für Ställe gehalten, die der Jäger ſeinen Hunden, der Hirt ſeinen Lämmern erbauet. Und dort ſollen wir hauſen, und wer weiß auf wie lange?

Und doch wohnet die Zufriedenheit dort, antwortete der Schütz, und wer ſie verließ, dem kommt die Reue bald, recht bald. Auf der grünen Alme, welche die Hütten umgibt, lagert ſich's weich und friedlich, und laßt noch ein paar Wochen vorübergehen, dann ſteht der Wald dort in Pracht, die Quellen murmeln, und da, wo noch Alles weiß läßt von Schnee, erblühen tauſend Blumen, wie ſie Niemand ſo zart und ſchön und wunderbar findet unten im Lande. Aber eine Blume blühet nicht hier, wird hier nimmer aufblühen und ohne ſie die letzte, halblaute Rede erſtarb auf ſeinen Lippen.

Lagert Euch hier ein Stündchen, Gnaden, ſprach jetzt der umſichtige Ignaz. Die Heiligen haben uns beſchützt bis da, deßhalb wollen wir auch dicht am Ziele ihre fernere Gunſt nicht durch Leichtſinn verſcherzen. Ich ſteige voran hinab ins Dorf als Kundſchafter und bringe Bot⸗ ſchaft zurück. Bis da rührt Euch nicht vom Platz.

Er drückte treuherzig des Fremden Rechte, warf ſeinen Speiſeſack auf den Schnee, empfahl dem Michael, wohl auf ſeiner Hut zu ſein, wandelte raſch durch die Schlucht, und verſchwand bald am Rande der Fläche, die ſich durch einen ſteilen Abſchuß zu den Alpendörfern hinabſenkte.

Michael lagerte ſich auf ein Eisſtück, der ermattete Fremde that ein Gleiches, und beide erſtärkten ſich an dem Reſte des Vorraths, der durch des Häßlichen Sorg⸗ falt bis hieher ausgereicht.