Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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jeder Stunde, denn ſie mußten über den höchſten Rand des Thales einen weiten Umweg machen, um, ohne auf Menſchen zu ſtoßen, an die ſichern Wohnungen der Aelpler zu gelangen. Ueber endloſe Steinfelder, die das Bild eines Chaos vor einer Schöpfung oder nach ihrer Zer⸗ trümmerung darboten, über einförmige, durch die Blen⸗ dung tödtende Schneefelder ſchritten ſie hin; jetzt ſtiegen ſie in eine Schlucht hinab, wo ein Gletſcherbach hoch her⸗ niederſtürzend ſie mit ſeinem kalten Staubregen benetzte; jetzt ſchritten ſie über eine ſchmale Eisgräthe, auf welcher der kleinſte Fehltritt rechts oder links mit dem gräßlichen Tode in bodenloſen Abgründen beſtraft werden mußte; hier ſchoben ſie ſich an der Felſenwand vorüber, die über⸗ hangend ſie zu zerquetſchen ſchien, dort beſtiegen ſie auf kaum ſichtbaren Stufen einen Eiskegel, und vermochten kaum zu athmen in der dünnen Luft, kaum die Augen zu öffnen im ſcharfen Windſtrich.

In einer leeren Sennerhütte, die wegen der frühen Jahreszeit noch nicht benutzt worden, brachten ſie die Nacht zu; dann ging der Marſch weiter unter immer wachſender Fährlichkeit. Immer näher kamen ihnen die Ferner, bald gingen ſie zwiſchen den Gletſchern ſelbſt, die auch in dieſer Nähe noch himmelhoch ſich thürmten, und jetzt erſt recht durch ihre gigantiſche Geſtaltung auf den Geiſt des Anſchauenden wirkten, und näherten ſich dann wieder im Bogen dem Thalzuge, der hinterſten und ausgangsloſen Gegend des Oetzthales, die freilich nur in Betracht der ſfie umſchließenden Schneegebirge noch ein Thal genannt werden konnte. Still ſtand der Schütz auf einer Eisfläche, wo zwiſchen mehren hohen Kuppen hin⸗ durch eine Schlucht ſich öffnete und eine Ausſicht frei wurde.

Das iſt Vent! ſagte Michael hinabdeutend.