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Bald ſah man die wilde Bande aufwärts an der Thalwand klettern, bald waren ſie auf einer Platte an⸗ gelangt, wo halb umkreiſet von einem Wäldchen eine Ka⸗ pelle ſteht, der heiligen Eliſabeth geweihet, die durch al⸗ ten Gebrauch für gewiſſe beſondere Kirchenfeſte, und durch fromme Rhate der Vorzeit zum Meſſedienſt für verun⸗ glückte Jäger und Bergſteiger beſtimmt worden.
Dort raſchelt's im Dornbuſch, rief einer der vorder⸗ ſten Robler; ich meine, es iſt unſer Wild, und wir haben ihm den Paß abgewonnen.—
Ein Schatten huſchte am Kirchlein hin, rief Adas dagegen; der räudige Hund ſucht Schutz im Betſtuhle, aber meiner Fauſt ſoll er dort nicht entkommen.—
Die Rotte theilte ſich wie verabredet; einige ſtürzten zum Buſch, andere folgten dem Führer zur Kapelle. Horch! Höret ihr die Schuhnägel klappern auf dem Steinboden? Fiel da nicht die Thür zum Beichtſtuhle ins Schloß? ſchrie Adas, bebend vor Grimm, indem er die Kapellenthür faßte. Der feige Lump hat den Riegel vor⸗ geſchoben, aber mein Schwur bricht ſelbſt die Pforten der Hölle.—
Das Schloß der Kirchthür krachte unter den rieſigen Händen, die Angeln kreiſchten wimmernd, und die wüſte Schaar ſtand mitten im Bethauſe, durch deſſen Fenſter der Mond hereinſtrahlte und die geheimnißvolle Leere be⸗ leuchtete.— Niemand iſt drin, als die ſtummen Seelen der Todten, flüſterte der jüngſte der Raufer, indem er ſcheu nach der Thür zurückblickte.
Was Todte, Du zahmes Lamm! raſete Adas. Der Lebende, der hier verborgen athmet, ſoll verſtummen, ſoll nicht erzählen von dieſer Nacht, und der Pfaff ſoll morgen zu thun bekommen an ſeiner Leiche.—


