Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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Adas iſt todt; die Agnes iſt frei! die Braut iſt gerettet; der Feind iſt gerichtet. Wie kann ich jetzt dieſen Platz und ſie verlaſſen? Und gewiß, ſie wird ausſehen nach mir, wird mich rufen, wird mich nöthig haben.

Der Häßliche faßte ihn mit der Fauſt heftig am Arm. Knabe, murmelte er zürnend, ſoll Dich der Seppel noch einmal über ſeine Schwelle werfen? Haſt Du nicht Hand und Wort gegeben? Und biſt Du nicht in Kaiſers Dien⸗ ſten, Du Abtrünniger?

Der grimmige Seelenkampf malte ſich mit den ſchärf⸗ ſten Zügen auf des Jünglings Angeſicht. Der Kaiſer! ſtotterte er. Wer kann gegen Gottes Gebot und des Kaiſers? So fahre denn hin Glück und Leben! Sie iſt frei, Gott hat ſie gerettet aus größtem Jammer, ſo ſoll auch dieſer gerettet ſein zum Dank und Preis der Heiligen. Er warf ſein großes, glänzendes Augenpaar zu dem blauen, reinen Himmel auf, und feſt und kraft⸗ voll eilte er gegen den Fels, ſtieg mit ſicherer Eile vor⸗ an, und bald kamen die Flüchtigen aus dem Geſicht der am rothen Steine ſich ſammelnden Oetzthaler.

Auf welche Weiſe das Schickſal des reichſten Erbſoh⸗ nes im Thal, des verwegenſten und gefürchtetſten Rau⸗ fers, des hoffnungsvollen Bräutigams, mit einem Worte des beneidenswertheſten Burſchen im Lande, ſich ſo plötz⸗ lich umgewandelt hatte, ſoll in einem kurzen Umriſſe dem Leſer klar gemacht werden.

Wer verließen den Adas Bub, als er erhitzt von Haß und Wahnfinnswuth an der Spitze ſeiner Geſellen auf⸗ brach, um im Blute des Gegners, der ihn bezwungen, ſeinen Schimpf zu löſchen.