Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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über eine Felszacke klettern, dort ſchnitt ein Gebirgsbach den Pfad mitten durch und ein rohbehauener Baumſtamm diente als gefährliches Brücklein.

Ohne zurückzuſchauen und im dumpfen Schweigen ſchritt der junge Schütz beſtändig voran, indeß der Häß⸗ liche dem Fremden lebhaft zuſprach, theils um ihm die Gedanken an die Gefahr, in welcher er ſchwebte, zu ver⸗ ſcheuchen, theils um ihm nützlich zu ſein durch Warnung und Rathſchläge für die Reiſe. Er lehrte ihn den Fuß⸗ tritt, deſſen ſich der Bergſteiger bedient, er zeigte ihm den Gebrauch der Stange und des Eisſchuhes, die er aus dem Verſteck des Föhrenholzes mitgenommen; er klopfte vertrauend auf die leinenen Taſchen, mit denen er ſeine Schultern behangen, und die hinreichende Lebens⸗ mittel auf mehre Tage für mäßige Wandersleute enthiel⸗ ten, und ſuchte beſonders das Vertrauen des Fremden auf den jungen Führer zu befeſtigen, wenn jener über das ſeltſame Benehmen deſſelben ſich leiſe äußerte und dann mißtrauiſche Blicke in die Tiefe warf, in die jetzt eben⸗ falls das Licht des jungen Tages ſich zu verbreiten begann, und die Gegenſtände nach und nach verdeutlichte.

Der Schütz blieb jetzt ſtehen und wandte ſich zu den Gefährten. Dort der große Felsblock iſt der rothe Stein, von dem ich ſprach, ſagte er; jener ſchmale Weg, der wie eine Leiter am Berge hängt, iſt unſere Straße; ſind wir eine Viertelſtunde hinangeklettert, ſoll uns kein Men⸗ ſchenfuß weitere Unruhe machen, denn dann empfängt uns die unwirthbarſte Oede, wo kein Halm wächst, und nicht einmal ein Wild Freude hat. Das einzelne Haus, nahe dem rothen Stein, darf euch nicht in Furcht ſetzen; es wohnet ein Häusling dort, ein wackerer Mann, der

weder Viehſtand noch Feldbau hat, obgleich wohlhabend