Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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466 lang aus dem Berg und ich kam verſpätet. So beſtellſt Du wohl meinen Gruß und Glückwunſch; haſt Du doch Theil an Beiden.

Zum Teufel mit Deinem Gruß und Wunſch! fluchte Adas auflodernd. Einen ſtattlichen Bock haſt Du gebracht? Wahrlich! Und Kopf und Gehörn ſollen vielleicht für mich, Du jämmerlicher Spottliedler? Aber noch trage ich die Hahnenfedern am Hut, und wie ein Robler will ich Dir Schußgeld und Zehrkreuzer bezahlen.

Einen Stoß mit der Fauſt verſetzte er dem jungen Schützen, der die Bruſt traf, und ſein Knittel ſchwirrte nach dem Kopfe; doch der gefährliche Schlag ward glück⸗

lich noch durch die Büchſe des gewandten Gegners auf⸗

gefangen.

Halte Friede, Bub! rief beklommen der Schütz. Störe die Jungfrau nicht, denn ſie betet!

Ha! raſete Adas. Alſo wareſt Du am Fenſterbalken, Du unverſchämter, lüſterner Geſell? So nimm denn die Buße, wie es Brauch unter uns.

Knittel und Kolbe flogen durch die Luft, trafen hier, trafen dort, und Beide blieben im gleichen Vortheil; da brüllte es plötzlich um den verlorenen Michael, und der ganze Haufe der Robler warf ſich auf ihn; wohl wehrte er ſich lang wie ein tüchtiger Gebirgsſohn, ſchlug gleich dem ſchäumenden Eber wild aus nach allen Seiten, traf mächtig manchen der Feinde, aber Rieſenſtärke hätte der Maſſe dieſer geübten Raufer nicht Stand gehalten. Zu Boden geriſſen, zerſchlagen, getreten, verließ den ſtummen Märtyrer die Kraft, und zehn Hände griffen nach ihm, riſſen ihn auf, ſchleppten ihn fort, und hinun⸗ ter warf man den Betäubten vom ſteinigten Bord in das rauſchende Waſſer des Fiſchbachs.