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Er band das Thier an den Füßen mit ſeiner Hut⸗ ſchnur, lud es ſich auf die Schultern, und trat langſam den mühſamen Rückweg an.— Michael war es mit ſeiner Laſt, der um des Silzſteiners Gehöft ſchlich, und den das wilde Heer der Raufer im Mondſcheine enideckt hatte. Er weilte einige Augenblicke vor dem geſchloſſe⸗ nen Fenſter der ſchönen Agnes, und blickte durch die matterhellten Scheiben. Die Jungfrau lag vor dem aus Nußholz geſchnitzten Kruzifir das an der Kammerwand hing. Erlöſe uns von dem Uebel! betete ſie gerade laut und inbrünſtig. Amen! ſprach er leiſe und ging weiter zu der Pforte des Gehöfts mit auf die Bruſt geſenktem Haupte.
Die Pforte war feſt verſchloſſen, im Hofe regte ſich nichts Lebendiges, kein Schimmer in Haus und Stall ließ einen wachenden Knecht vermuthen, der ſein Geſchenk hätte nehmen können. Mit ſtarkem Arme warf er das Thier über das Gatter, und befeſtigte die Schnur der Füße um einen Pfahl; da hörte er einen harten Fußtritt dicht hinter ſich, und der Schlag einer harten Hand traf ſeine Schulter.
Was machſt Du da, Nachtrabe? fragte Adas und zwei ſprühende Blicke trafen in des Erſchreckten Augen.—
Biſt Du es Bub? antwortete er mit ſchnell gefunde⸗ ner Beſonnenheit. Du kommſt mir recht und kannſt meine Beſtellung übernehmen.—
Du wählſt Dir einen fürnehmen Boten, Du lumpiger Venter, ſprach Adas; und was könnteſt Du in die Thür zu rufen haben, aus welcher man Dich geworfen?—
Einen Braten auf Euren Hochzeitstiſch hab' ich dem Seppel gebracht, antwortete kalt der Schütz; das Wild iſt heuer rar hier unten. Doch ward mir der Weg zu
Blumenhagen, XK. 30


