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Jetzt theilen wir die Sorge! ſagte er.— Wie Alles im Leben! ſagte ſie. Und ſo drückten ſie ſich die Hände und ſchieden; ſie ging in das Vorderhaus, er begab ſich durch den Seitengang zum Geheimſtübchen des Haus⸗ herrn.—
Unter den Händen des Stadtbaders ſaß Vater Vas⸗ mar im Polſterſtuhle, und neben ihm Ehren Waltherus, der beliebte Pfarrherr zum heiligen Kreuz. Vater Mel⸗ chior ſah recht bleich vom Blutverluſte, aber die Augen leuchteten lebhaft, er ſtreckte die Hand nach Jeremias, und nickte freundlich mit dem in Binden gehüllten Haupte. Nun ſeid ihr Alle da, ſprach er gerührt, und Keiner meiner Lieben iſt verloren gegangen. Um Dich, mein lieber Sohn, wuchs die Sorge, denn Du bliebeſt länger von meiner Seite, als ich vermuthet, da das Unglück die Getreuen ſchnell zuſammenführt.—
Jeremias entſchuldigte ſein Weilen mit ſeinem Aben⸗ teuer auf dem Berggipfel, und Staunen erfüllte die Zu⸗ hörer, und der Bartſcherer ſtrich mit dem am Kohlen⸗ becken erwärmten Spatel ſtatt des Pflaſters ſeine linke Hand, und zog ein jämmerliches Geſicht bei der Irrung.
Schwer hat uns die Hand des Herrn der Schickſale berührt, ſagte ernſt der Hausherr, und uns gemahnt in abſonderlicher Weiſe an ſeine Allgewalt, an ſein Gericht, an unſere Sünden und unſere Vergänglichkeit. Mein Jeremias hätte beinahe das Denkmal, das er zum Ge⸗ dächtniß meiner ſeligen Eltern fertiget, auch mit meinem Namen zieren dürfen. Sein Ville geſchehe, und wir danken ihm, daß ſeine Hand uns nicht ſchwerer berührt.—
Und für wen blutet Ihr, theurer, redlicher Melchior? fragte mit Wehmuth der Pfarrherr. Geſchah's nicht meinetwegen?—


