aber hörteſt Du es nicht rufen: Saul, was verfolgeſt
im reißendſten Luftſtrome gegen den Berg und die Stadt zu fliegen ſchien.
Entſetzlich! ſtöhnte Jeremias. Das iſt der Todesbote des jüngſten Tages, das iſt die Rieſin der Lüfte, die zer⸗ ſtörende Windsbraut! Wir find verloren, gelingt uns die Flucht nicht in die Gründe.—
Beide Freunde verſuchten im Laufe den Felſengipfel zu verlaſſen, aber ſchon brauſete der Orkan heran vor dem luftigen Ungethüm, ſchon betäubte das furchtbare Geheul, das von ihm auszugehen ſchien, die Sinne der Fliehenden; die Freunde hatten ſich im Schnelllauf die Hände gereicht, aber durch eine unſichtbare Gewalt fühl⸗ ten ſie ſich von einander geriſſen, fühlten wie durch Keulenſchlag ſich zur Erde geworfen, und nur Erichs Auge ſah noch, wie der feurige Kreiſel, vom Berge auf⸗ gehalten, in einem Bogen vorüberrollte, dem Elfenkönige gleich mit langem weißen Schleppgewande, welches alles Lebende mit ſich fort zum Tode ſchleift.
Lange mochten die Geſtürzten ohne Beſinnung gelegen haben. Jeremias erwachte von dem lauten Gebell ſeines Dundes, der an ihm herumkroch und ſein Geſicht leckte. Er war auf rauhes Geſtein gefallen und blutete an Stirn end Hand. Zehn Schritte von ihm hatte ſich Erich ſchon wieder vom Boden erhoben, ſtand jedoch wie ein Erſtarrter, und ſah wie mit todten Glasaugen vor ſich hin. Jeremias ſprang auf die Füße, ſtürzte zu dem Freunde, umklammerte ihn feſt und rief wie außer ſich: Wir leben, Bruder! Du lebſt, ich lebe, erhole Dich, das Gericht ging an uns vorüber.—
Erich ſtrich ſich langſam über das Geſicht und holte ſchwer Athem. Ja, wir leben! ſprach er gezogen nach,


