Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

pergend. Sie ſtammen von dort, und die Schwärmerei für ihr Geburtsland läßt ſie mich nicht ablegen. Dolch und Religie kann der Italiener nicht entbehren; ſie gehören bei ihm zuſammen wie Gebet und Rachluſt.

Sutel ſah ihn verwundert und forſchend an. Das Eine paßt nicht zu dem Deutſchmanne, das Andere nicht zu dem Lutheraner, antwortete er ſehr ernſt. Lege heute noch Beides in Dein Perlmutterkäſtchen von Florenz, wo Du andere Seltenheiten aus jener Zeit bewahreſt.

Und warum? fuhr Erich etwas erhitzt auf. In der ſchweren Kriegszeit kann ſich der Mann nicht genug mit Waffen verſehen, und das kleine Goldbild würde uns ſchützen mit Wunderſchirm, wenn wir unverſehens einem Fähnlein Kaiſerlicher zu nahe kämen. In Wien riethen mir gar gute Freunde, es nie abzulegen, ſo lange Deutſch⸗ Land in dieſer Kriegsbrunſt lodere. Und, Freund, da wir ſo plötzlich darauf kamen, ſetzte er ruhiger hinzu, ſo muß ich Dir erklären, daß meines Weilens nicht lange mehr ſein wird in jener düſtern Stadt dort unten. Der Vater ſelbſt und die Mitbürger treiben mich hinaus; ſie ſpötteln über meine unnütze Kunſt; der Vater äußert täg⸗ lich den Wunſch, mich im Soldatenrock zu ſehen; da will ich ein Jahr hinausziehen, unter des Pappenheimers Reitern oder des Tilly Schützen dienen, und wenn ich Pulver gerochen, den Reſpekt der Stadtjunker als Sold bei der Heimkehr einkaſſieren.

Unter den Katholiſchen wollteſt Du fechten, unter den Verwüſtern Deiner Heimath? rief Jeremias mit Erſtau⸗ nen und unverhaltenem Abſcheu. Dient denn nicht der tapfere Herzog Georg, den die Lüneburger ſo vergöttern, den ſie den Stammvater des neuen Fürſtenhauſes ſchel⸗ ten, auch unter den Adlerfahnen, und erbeutet ſich ſeinen

Blumenhagen. X. 3