Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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Reiz, theils weil ſie Künſtler waren, theils weil man ſie wegen ihrer langen Abweſenheit in fernen Landen faſt noch als Fremde betrachten durfte, und ein geheimes Naturgeſetz der Weiblichkeit die Eroberung eines Fremd⸗ lings immer wünſchenswerther erſcheinen läßt.

Sie ſchritten fort durch die Warte und die Außen⸗ thore, wandten ſich gegen Weſt zur Brücke über die Himena, und durchſtrichen die Dorfſchaft Linden, mit gleichem Sinne ſich ſehnend nach freier Feldmark und reinem Wieſengrün und arkadiſcher Landſchaft, welche ihnen das damals noch ſehr kleine, nur von Ackersleuten und Leinwebern bewohnte Dorf nicht darbot, da die Aerm⸗ lichkeit und der Schmutz der Hütten durch die Kriegeslaſt und die Anweſenheit feindlicher Soldatenrotten noch ver⸗ mehrt worden. An dem Edelhofe vorbei ſtiegen ſie lehn⸗ aufſteigende Kalkfelſen hinan, welche das Dorf be⸗ ſchränken und gleichſam gegen die Stadt hindrücken, der es als Vorort dient, und heiterer wurden beider Blicke, je mehr ſich ihnen im Aufſteigen die wirklich überraſchende Ausſicht entwickelte. Sutels ſeidenhaariges, ſchneeweißes Hündchen, ein zarter Pudel, den er von Bologna mit⸗ gebracht, ſprang fröhlich kläffend um die Freunde her und in wilder Luſt vor ihnen auf, wälzte ſich wie freude⸗ trunken auf den kleinen Raſenplätzen an den ſchroffen Klüften des Felſens, ja kugelte ſich oft übermüthig und ſich überſchlagend den Abhang hinunter.

Auch das kleine Thier fühlt die Schönheit dieſes Ta⸗ ges und erinnert ſich an ſein Vaterland, ſagte Jeremias mit weicher Stimme. Und wayrlich, ſolch ein Novem⸗ bertag iſt ein Phönir in unſerm Norden. Wie rein und durchſichtig iſt dort der Himmel in Oſt und Süd über der Stadt und der grünen Au! wie warm drückt die