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werden; wofür wäre ich ein Mann, könnte ich nicht die Dämone bezwingen und auswerfen, die in meinem eig⸗ nen Innern ihr Neſt gebaut?—
Antonia ſah den glühenden Redner mit Augen an, in welchen die innigſte Liebe leuchtete. O laßt mich der David ſein, der Sauls böſe Geiſter beſchwöret! ſagte ſie mit Herzlichkeit.—
Ja, Mädchen, ja, Antonia, Du ſollſt mein Seelen⸗ arzt werden! rief Erich. Keinen Abend will ich mehr fehlen an Deiner Seite, und heute, in der heiligen Dämmerung, wo Herz zu Herzen reden darf, ſoll Deine Kur beginnen.—
Er hatte den Arm dreiſt um ihren ſchlanken Leib ge⸗ legt, und das glückliche Mädchen ſchmiegte ſich an den kräftigen Jüngling an, wie die friſchgrünende, junge Epheuranke ſich an dem glatten Buchenſtamme aufſchlingt, und mit feinen Wurzelfaſern ihn zu faſſen verſucht, um ſich feſt zu vermählen mit ihm; da trat der Bruder wieder ein, ſprach mit fröhlicher Stimme ſein: Ich bin bereit, mein Freund! und gab dem Herzen der Schweſter durch die Störung einen ſchmerzlichen Stich, undankbarer Weiſe, denn die Gruppe, in der er ſie gefunden, hatte ſeine Verſtimmung verwiſcht, und alle ſeine Sorgen aus dem leicht in Furcht bewegten Gemüth geworfen.—
Die beiden Männer verließen Haus und Stadt, und gingen raſch durch die rothbedachten, jungen Straßen der Neuſtadt, wo manches Jungfrauenauge verſtohlen vom Fenſter ihnen nachblickte, denn ſie wurden allgemein für ein paar der ſchönſten Jünglinge Hannovers geachtet, und hatten für die Weiberwelt noch einen zwiefachen


