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gemacht, daß auch in meiner Kunſt die wunderſamen Melodien der Mufika die Phantaſie aufſchließen und be⸗ flügeln, daß Ideale uns näher rücken, und die irdiſchen Bande, die den Künſtler gefeſſelt halten, löſen, ja gänz⸗ lich abſtreifen von ihm.—
Und doch kamet Ihr die letzten Wochen ſo ſelten Abends und horchtet meiner Harfe, antwortete Antonia mit ſchmerzlichem Vorwurfston. Glaubet mir, Erich, das arme, verachtete Inſtrument wollte gar nicht mehr klingen, wie ſonſt, und gab den Fingern nur Klagetöne zurück.—
Antonia, fuhr der Maler auf, erglüht und faſt ver⸗ legen zugleich, geklagt hätte Euer Geſang? geklagt um mich? O Ihr ſeid ſo ſchön, ſo lieb und ſo gut, wie wird der Mann ſein müſſen, der Euch verdiente! Aber Euer Vorwurf iſt gerecht; Gottesfrieden waltet unter Eurem Dache; Freundſchaft und Liebe haben hier ihre Altäre. O, dürfte ich an beiden opfern, und mir den Frieden als den ſchönſten Segen mit hinwegnehmen! Aber vergebt mir, ſchöne Antonia! Es iſt etwas Frem⸗ des in mir, was ich ſonſt nicht kannte; eine Unruhe, eine Zerriſſenheit, die mich mit mir ſelbſt entzweit. Das neue, eingezwängte Leben in dieſer alten, düſtern Stadt, nach langem Umherſchwärmen in Europa's Paradieſen, der mürriſche Sinn des Vaters, der mich lieber im Rei⸗ terkoller, oder im Magiſtratsmantel ſähe, die Unſicher⸗ heit meines Standpunkts unter den alltäglichen Mit⸗ bürgern, das wirre Kriegsgewühl im Vaterlande, ja vielleicht eine unerkannte Krankheit in meinen Adern, Alles das zuſammen hat mich verſtimmt, hat meinen Horizont verdüſtert, meine liebſten Gewohnheitsfreuden mir verleidet. Aber es ſoll anders werden, muß anders


