Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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und Treiben, obgleich Du ſie verſchwiegſt? Hat er Dir nicht vielleicht eine Freude machen wollen mit ſeinem Gemälde, und darum es Dir verborgen bis zur Vollen⸗ dung? Und daß Du gar meineſt, er hätte mein all⸗ tägliches Geſichtchen auf die Leinwand pinſeln ſollen, nimm's mir nicht ungut, das finde ich weder klug, noch zart von Dir. Ich würde es ihm gar übel gedeutet haben, würde es Verrath geſcholten haben an meiner ſtillen, frommen Liebe, die er alſo vor den Leuten aus⸗ geſtellt. Ehrſame, deutſche Maler malten nur ihre Haus⸗ frauen, und haſt Du mir doch ſelbſt vom belobten Titian erzählt, daß er durch ſeine Porträts ſeine oft gewechſel⸗ ten Freundinnen und ſich ſelbſt dem Geſpötte preisgegeben, was er im hohen Alter, die jungen Künſtler oft ver⸗ warnend, ſchwer bereut. Darum rathe ich auch Dir, halte Deine Hebe, verſteckt bis nach Deinem Hochzeitstage; die Braut möchte Dir ſonſt ſchmollen, ehe ſie Dir den Ring gegeben.

Jeremias ſah gedankenvoll auf den Eſtrich nieder; da erklang die Hausglocke, raſche Schritte kamen zur Thür, Antonia eilte aus des Bruders Arm zur Harfe, und in die geöffnete Zimmerthür trat er ſelbſt, der viel⸗ beſprochene Maler.

Hat Dir Dein linkes Ohr geklungen? fragte der Bildhauer, dem Freunde mit ſchnell erweckter Heiterkeit entgegentretend und ihm die Hand drückend. Geſpräch von Dir war unſer Nachtiſch, und Antonia's Zauber⸗ wort muß Dich hergebannt haben zu ſolch ungewöhnlicher Zeit.

Erichs Geſicht trug eine ſichtbare Unruhe, ſein Blick eine merkliche Scheu. Die Jungfrau, die mit mildem ſprechenden Auge ihn, ohne Wort und doch redend,