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hier, wo er den Heimgekehrten ausſtattete, zum eignen Herrn machte, Werkſtatt und Geräth ihm ſchenkte, und mich Verlaſſenen in Stand ſetzte, die einzige Schweſter aus dürftiger Dienſtbarkeit zu erlöſen, und dem from⸗ men Mädchen eine Freiſtatt zu geben und einen Ehren⸗ poſten, als Hausbeſchließerin des unwirthſchaftlichen Künſtlers?— O, wer ſo etwas vergäße, der wäre ſchlech⸗ ter als ein roher Marmorblock, und trüge nur ſeine Menſchenlarve wie eine Gottesläſterung. Nein, was ich bin, was ich leiſten kann, gehört der lieben Stadt Hannover; und reiſen keine Fremde nach den anſpruchs⸗ loſen Kunſtwerken, die ich ihr liefern möchte, ſo betrachtet doch vielleicht nach vielen Jahren ein ehrlicher Bürger, was ich zum Schmuck der Stadt hingeſtellt, erfreuet ſich daran, und zahlt mir den Lohn durch ſeine Erinnerung an mich. Sieh, mein Erich, darum ſtaunte ich vorhin, denn auch Du, dachte ich, würdeſt Dein erſtes Werk der Vaterſtadt als Opfer der Dankbarkeit gebracht haben, meinte feſt, es müßte ein Altarbild für unſere Kirchen, oder ein hiſtoriſches Wandbild für den Saal des Stadt⸗ hauſes geworden ſein. Mein Wunſch iſt unerfüllt ge⸗ blieben, und das betrübt mich faſt, denn Dein herr⸗ liches Gemälde da würde wohl keinen Platz in unſern lutheriſchen Kirchen ſuchen dürfen.—
Unterſchrieben und beſiegelt, Freund Sutel! ertönte da eine ſonore Stimme im Hintergrunde des Zimmers. Iſt auch meine Meinung, ſeit ich das bunte Ding geſtern in Augenſchein genommen! Hatte ebenfalls ſo ein Stück aus der Paſſions⸗Geſchichte vermuthet, oder ein hanno⸗ verſches Kriegsſtück, etwa den Herzog Erich, mit ſeinem langen Heinz, wie er in der böhmiſchen Schlacht den Kaiſer Max auf's Roß ſalvirt, oder ein patriotiſches


