Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
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Dir hinübergeſchwebt, und Deine ſtärkere Hand yätte helfend die Entfliehende auf die Leinwand gebannt und dort gefeſſelt. Das iſt wunderbar, wahrlich ſehr wun⸗ derbar!

Und noch wunderbarer iſt die unverſtändliche Faſelei, mit der Ihr des Freundes Meiſterſtück bewillkommt, murrte unwillig Herr Dieterich; das Erſtaunen über unſeres jungen Apollo's Triumph muß Euch trunken oder ſinn⸗ verwirrt gemacht haben. Es hat mir immer nicht gefallen, daß nichts Männliches aus Euch ſprach und handelte, wie man es doch an einem ſogenannten Nachtreter des derben Michael Angelo vermuthen ſollte; aber ſo jung⸗ fernhaft, wie heute, ſah ich Euch noch nie. Doch, warum ärgern wir uns über Eure Unverbeſſerlichkeit, und ſtören den ſeltenen Genuß. Mein Erich, Dir den Glückwunſch! und ſorge jetzt gleich für die Kiſte, in welche der Schatz verpackt werden muß.

Nicht alſo, mein lieber Herr! antwortete der Maler; es hat Zeit damit; denn zuerſt fehlt noch hie und da das Gold und die Lazur und der Firniß, welche die Augen des geringern Beſchauers beſtechen müſſen, und für's Zweite will doch auch der Vater ſein Theil Vergnügen am Kinde haben, und einige Wochen dahlen mit ihm, ehe er es in die Fremde entläßt. Schreibet dem Herrn Biſchof Euer Urtheil über meine Arbeit, des Weitere findet ſich dann wohl.

Alſo fort von hier, und gar in die fremde Biſchofs⸗ ſtadt ſoll Dein Bild? fragte Jeremias traurig. Schade darum! Ich meinte, wir Beide wären mit gleichem Willen heimgekehrt, zuſammen die liebe Vaterſtadt zu zieren mit dem, was wir draußen erlernt, da ſie überdies ſol⸗ ches ſo ſehr bedarf, und obwohl reich an vollen Speichern