Teil eines Werkes 
9 (1843)
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ganzen Erde, der Mann erſt gibt ihm Namen wie Vaterland, und ſeine Beſtimmung, ſo eng und beſchränkt ſie dem all⸗ täglichen Beſchauer ſcheinen möchte, iſt großartiger, wei⸗ ter, wie die des Mannes, denn ſie umfaßt die Welt; nicht die Dauer eines Volkſtammes, nein, die Exiſtenz des ganzen Menſchengeſchlechts iſt ihm anvertraut. Anders empfingen und betrachteten die weiblichen Au⸗ gen unſerer Stadt jene blutigen, verſtümmelten, kranken, erfrorenen Männer von der Moskwa und Bereſina. Mit Wein und Weißbrod, Mänteln und Decken eilten die Samariterinnen aus den Häuſern, und ſammelten glü⸗ hende Kohlen auf der Feinde Haupt, von denen ſo Mancher früherhin ihren heiligen Herd nicht geehrt, Mancher häuslichen Frieden und ſtilles Liebesglück, die höchſten Schätze weiblichen Daſeins, muthwillig zertreten hatte.

Die gute Mutter blieb nicht zurück, aber vor Allen ſiel

ihr Engelauge auf einen jungen, bartloſen Uhlanen, der dicht an unſerer Thür auf den kalten Steinen in zerriſſe⸗ nen Kleidern lag, von tödtlichen Fiebern ergriffen ſchien, denn er rief in wirren Traumworten nach ſeiner Mutter und ſeinen Geſchwiſtern, und griff nicht wie ſeine Kame⸗ raden nach der Weinflaſche und dem dampfenden Suppen⸗ napf. Dazu war Geſicht und Körperform von auffallender Schönheit, und beſtach die Weiblichkeit. Die Mutter ließ ihn aufheben und in unſere Wohnung tragen; meine Kammer, mein Bett ward ihm eingeräumt, ich machte meine erſte glückliche Cur an ihm, und nach Monden wanderte er, gänzlich hergeſtellt, und mit einem Zehrpfen⸗ nig, den ihm die Mutter, bei der doch kein Ueberfluß heimiſch war, heimlich in den Reiſeſack geſteckt, ſeinem Vaterlande zu. Und jener Pflegeſohn unſerer Mutter war Zavier Gabet, Eulaliens Bruder!

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