Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Alles geſtaltete ſich nun anders. Frater Croiſillon hatte ſich aus dem Staube gemacht; Tante Sarotte hielt ſich in ihrem Kabinette verſchloſſen, und nur eine, aber die größte Sorge war uns geblieben, die Sorge um Eulaliens theures Leben. Verſunken in einen wahren Todesſchlummer lag ſie zwölf Stunden da, aber bald ſagte mir meine ärztliche Ahnung, dieſer Schlaf ſei nicht der Bruder des Todes, ſondern eine kurze Nacht, aus der die lieblichſte Aurora geſtärkt und neu erfriſcht wieder hervorgehen würde zum Glück ihrer Freunde. Wie ge⸗ waltſam verderbend das Kriegsleben auf den Menſchen einwirkt, welche rauhe, kalte Steinkruſte ſein wüſtes Treiben um die beſten Herzen zieht, wie aber nichts Ir⸗ diſches den Gottesfunken, das ſchönſte Erbtheil himm⸗ liſcher Vaterliebe zu erlöſchen vermag, bewies mir neuer⸗ dings der Bruder Huſar. Seine Gewaltthat, die den zarten Faden des ſchweſterlichen Lebens beinahe zerriſſen hätte, die Erkennungsſcene, welche ſein barmherzigkeits⸗ loſes Wüthen unterbrach, ſchien alle Kruſten, in denen

ſein beſſeres Selbſt eingebannt geweſen, abgeſprengt zu

haben. Rührend ſprach ſich ſeine Gewiſſensangſt aus in den leiſen Klagen an Eulaliens Bette, in der Sorgfalt, mit der er ſeine Pflichten gegen die jüngern Geſchwiſter übernahm. Er wetteiferte mit mir in der Pflege der Kranken, r wachte mit mir ruhelos in ihrem Gemach, und unſer Mühen erhielt den höchſten Lohn. O welch ein Augenblick erſchien uns, als ihre ſchönen, klaren Augen ſich zum erſten Male wieder dem Lichte öffneten, als ſie uns beide ſah, Arm in Arm, wie jeder von uns eine ihrer Hände ergriff, und wir ſo einen lebendigen Kranz bildeten, der die Allgüte pries in wortloſer An⸗ betung. Von Einem zum Andern irrten Eulaliens Blicke;