Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Beaumarchais am Sarge der Vollendeten. Mit einem Eide verſicherte ich ihm jedoch am Schluſſe des Briefes, daß bis dahin keine Erdengewalt mich fortreißen werde von der Stelle, auf welche Liebe und Pflicht mich feſt⸗ gebannet, tödten könne er mich an Eulaliens Sterbe⸗ bette, wenn er den Muth der Herzloſigkeit dazu beſitze, Die Antwort erfolgte ſchnell, kürzer und härter und hochmüthiger, als ich ſie erwartet. Sechs Stunden gebe ich dem Geier, der mein Neſt befleckt, Zeit zur Flucht; lautete ſie. Findet ihn dann der Adler noch, ſo zerreißt er den Feind neben der leichtſinnigen Buhlin, ſo wahr als er von dem Kaiſeradler lernte, ſeinen Gegner zu vernichten.

Tieffinnig barg ich das Blatt auf meiner Bruſt, und legte ſanft meine Hand auf Eulaliens Herz. Hat Euch denn eine Mutter geboren? flüſterte ich düſter. Konnten Lamm und Tiger geſäugt werden an derſelben Bruſt? Deinetwegen, Du theure Dulderin, müßte ich fliehen vor dem Wüthenden, aber es wäre Meineid an dir und ſo muß ich ſtill halten, und lege in Gottes Hand unſer Schickſal, wo es immerdar am Beſten ruht. Im Schlummer mußte der aufgeregte Geiſt der Geliebten mich verſtanden haben, denn die Kranke faßte mit beiden Händen nach meiner Hand, und hielt ſie feſt und zog mich näher zu ſich, ohne zu erwachen.

Die Tante Sarotte erſchien mehrere Male in der Thür und ſprach ihr:Eh bien, Monsieur? immer dräuender und höhniſcher. Ich würdigte ſie keiner Ant⸗ wort und ermüdet kam ſie bald nicht mehr, und tiefe

Stille umgab uns. Ein wunderſames Gefühl ergriff

mich. Ich kam mir vor, wie ein Krieger jener wilden Stämme Amerika's, der von einer feindlichen Horde ge⸗ fangen wurde, gefeſſelt an den Todespfahl muthig die