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Gabet iſt angekommen. Eure Feinde haben durch eine Unzahl verleumderiſcher Briefe ſeinen Haß zu ſolcher Brunſt angefacht, daß er im Gaſthofe abgeſtiegen, und ſein väterliches Haus nicht früher betreten will, als bis es gereinigt iſt, wie er ſich ausdrückt, von Eurer giftigen Gegenwart. Er hat die Obrigkeit aufgefordert, Euch auszutreiben; am fremden Orte drohet er alsdann mit Euch ein Wort zu ſprechen, wie es die Ehre und die Rache geböte. Er ſieht in Euch den Zertrümmerer ſei⸗ ner Familie, den Verderber der Schweſter, welche er verloren gibt. Hier hört mein Schirm auf, ſelbſt mein Rath. Ich zittere für Euch, denn ich ſehe Euch in grim⸗ mige Hände fallen. Aber wo es Mann gegen Mann gilt, muß der Freund zurücktreten. Der Edelmann, der Franzoſe, würde dem Freund Nichtachtung beweiſen, über⸗ ließe er ihn in ſolcher Sache nicht eigener Kraft und ei⸗ gener Hülfe.—
Der edle Ritter wunderte ſich über die Ruhe, mit der ich ſeine Nachricht empfing. O er kannte die Re⸗ ſignation nicht, die in meiner Seele Herr geworden.
Beſſer war es ja ſo, ſchneller und erwünſchter zu Ende. Der Degen oder die tödtende Kugel des Bruders vermählte mich mit der Schweſter, und brachte mir Wohlthat ſtatt Haß.— Ich dankte dem Freunde, und bat ihn, ſich zu beruhigen. Neben dem Bette der ſchlum⸗ mernden Eulalie ſchrieb ich an Gabet. Es waren Worte, wie ſie das Herz ſpricht; aber ſie fanden kein Herz in der ehernen Bruſt des Kriegsmannes. Ich verhehlte ihm nichts; ich machte ihn zum Vertrauten meiner unglück⸗ lichen Liebe, ich flehete ihn an, die letzten Stunden der Schweſter nicht zu ſtören, und wenn ſein Haß unver⸗ ſöhnlich ſei, möge er ſpäterhin mich ſchlachten wie einen


