Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Hehl, und erbat mir auch ſeinen Schutz für die unglück⸗ liche, verfolgte Geliebte. Mit jener ritterlichen Leut⸗ ſeligkeit und jener edlen Aufwallung, welche dem fran⸗ zöſiſchen Adel beſonders eigen iſt, ſagte ſein Herz und ſeine Hand meiner Liebe zu, und er eilte dann ſelbſt zu Gabets Hauſe, um Erkundigungen einzuziehen, indem er mit freundſchaftlicher Vorſicht mir den Mitgang ver⸗ bot. Ich mußte mich fügen, und nun ſitze ich in banger Erwartung, zähle die Glockenſchläge, horche auf jedes Wagengeraſſel, jeden Männerſchritt, und treibe die ſchlei⸗ chende Zeit mit dem Beſchreiben dieſer Blätter, indeß bei jedem Punkt Eulaliens Name in einem ſchweren Seufzer auf meinen Lippen zittert.

4.

O ihr Mächte des Himmels, iſt denn der arme, hülfloſe, wehrloſe Sterbliche der Spielball Eurer Scha⸗ denfreude, Eurer Erbarmungsloſigkeit! Oder ſind wir nichts als Räder, Federn, Ketten und Stifte im großen Weltuhrwerk, und zählt der Meiſter nicht, ob hier eine Speiche bricht, dort ein Stift ausfällt und verloren geht ins Unendliche? O wohl dem Idioten, denn wer keine Vernunft beſitzt, hat keine zu verlieren, und ein grauen⸗ volles Bewußtſein iſt es, fühlen zu müſſen, wie ein Licht nach dem andern im Gehirn verlöſcht, wie einem freſſenden, wuchernden Markſchwamme gleich der Wahnſinn die zer⸗ ſtörenden Polypenſchlangen in die Organe des Verſtandes eindrängt, und die Geiſtesnacht immer finſterer wird. Und vielleicht wohl mir, wenn es erſt ganz Finſterniß iſt in mir und um mir; ich ahne mit dem Armenſünder⸗ zagen des zum Tode Verurtheilen, bald wird Licht und Denken mir Marter ſein.