Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Ich lächelte und ſchwieg, und als die grimmigſten Drohungen mir kein Geſtändniß abzulocken vermochten, wurde ich in meinen traurigen Aufenthalt zurück ge⸗ ſchleift.

Drei Tage hatte ich ſo in ſchauerlicher Einſamkeit und bei der kümmerlichſten Nahrung zugebracht; ſelbſt in der Nacht bemühete man ſich, mir die Erquickung des Schlafs zu entwenden. Ich hörte über meinem Haupte ſchwere Steine wälzen und große Balken rollen, heftige Schläge an die Wände ſchreckten mich auf; blendende Lichtſcheine, feurige Fratzen bildend, ſchoſſen zuweilen durch die Gitter in meine Finſterniß, und verletzten meine Augen. Oder wollte man gar meinen Geiſt äng⸗ ſtigen, und den Ketzer bekehren durch Geſpenſterlärm? Armſeliges Poſſenſpiel! Unſer Mittelalter iſt mit ſeinem Fauſt⸗ und Trugſpuk längſt zu Staube verfallen, mein Vaterland iſt der Tempel der ächten Aufklärung. Und vergaß man denn, daß ich ein Prieſter der Natur war, der mitten in ihren ſengenden Blitzen und tobenden Don⸗ nern ohne Furcht ſteht, weil er weiß, was ſie ſind? Ver⸗ gaß man, daß ich einen Engel zur Geſellſchaft hatte, den der Herr Eulalie genannt, und gegen den kein Spuk Stand hielt? Aber man ſchwächte mich durch den Unfug, und kaum hielt die Vernunft noch mein empörtes Gemüth aufrecht, daß es nicht zaghaft ſich verbrecheriſchen Zwei⸗ feln an das Heiligſte hingab. Am dritten Morgen brachte mir ein anderer Wächter mein armſeliges Mor⸗ genbrod, und im Geſichte deſſelben wähnte ich Gutmü⸗ thigkeit zu leſen, und ſein Auge ſchien mitleidig auf mich zu ſchauen. Ich wagte ihn zu fragen, was man über mich veſchloſſen hätte, und wann meine Lage ſich ändern würde?