Teil eines Werkes 
9 (1843)
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köſtlichſte und ſchönſte Kleinod, welches die reiche Stadt Braunſchweig in Verwahr hat. Ich verlange zu ſpielen um den Beſitz der lieblichen Jungfrau hinter den weißen Roſen, aus deren zarten Händen ich den Becher des Glücks empfangen habe.— Ein allgemeines Gemurr des Erſtaunens lief durch das Volk, denn ſeit dem Jahre 1481, wo ebenfalls um ein Fräulein von Kalm im Groel geſpielt ward, der Spieler aber mit großer Buße davon kam, hatte ſolche Verwegenheit kein leichtſinnig Herz wieder gewagt. Die Jungfrau Barner erſchrack gewal⸗ tig und hüllte ihr rothes Antlitz in ihr Schweißtüchlein, indem ſie ſtammelnd nach dem Vater rief. Der geſtrenge Herr von Ingelem trat jedoch voll Würde und Ernſt heran, und verwies dem Junker, den Niemand kannte, und den Chriſtoph Hantelmann zum Feſte herangebracht inſtändig ſeinen ungeziemenden Scherz, der die Fröhlichkeit zu ſtören drohe, und fragte ihn höhniſch nach dem Preiſe, den er für ſolch unſchätzbares Gut entgegen zu ſetzen habe. Doch der kecke Wicht ließ ſich nicht irren. Wohl unſchätzbar, antwortete er, doch ſetze ich daran, was man fordern mag, ſei es all meine Habe und Gut, ſei es alles Blut, was mir in den Andern rinnt, ſei es ſelbſt der höchſte Schatz des deutſchen Edelmanns, die Freiheit.— Kraus zog ſich die Stirn des Herrn von Ingelem. Das Spiel iſt frei, ſagte er laut, alte Sitte muß man ehren. Aber, ſetzte er ſpöttiſch hinzu, nur der Vater der Jungfrau hat ein Recht, den Preis zu ſtellen, und Klaus Barner wird ihn Euch ſtellen ſo hoch und ſo fern, daß Ihr eher den Himmel auf der Leiter erſteigen möget, als ſolchem Vertrage Euch ſchmiegen.— Der trotzige Fremde beharrte bei ſeinem Vorſatze. Man hole den Vater! Uebermenſchliches darf er nicht ſetzen,