Teil eines Werkes 
9 (1843)
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welche geöffnet einem Baldachin glichen, ſaßen auf ver⸗ goldeten Seſſeln zwei Frauen oder Jungfrauen aus den verſchiedenen Weichbildern der Stadt im höchſten Schmucke, zu welchen vom hohen Rathe nur die ſchönſten und tu⸗ gendbelobteſten auserwählt waren. Vor jedem Damen⸗ paare ſtand ein ſchnirkelfüßiger vergoldeter Tiſch, der ein Silbergefäß trug, in welchem ein großer Blumen⸗ ſtrauß, der aber nur aus einer Sorte von gewiſſen Blumen beſtehen durfte, prangte; vor dem Silberbecher ſtand ein zierliches Spielbrett, von ſeltenen Hölzern ge⸗ arbeiet und ein elfenbeinerner Becher mit drei Silber⸗ würfeln.— Einzelne junge Fante ſah man mit glühen⸗ den Wangen hinaufſteigen zu den Gezelten, unterhandeln, werfen mit den Würfeln, aber die meiſten bleichen An⸗ geſichts und verlegen wieder herabſteigen, indem ihnen ein alter Senator, welcher oben die Polizei gleich einem Minos zu verſehen ſchien, ihr Schickſal verkün⸗ det hatte.

Was bedeutet mir dieſes wunderſame, ſeltene Schau⸗ ſpiel? fragte der Fremde neugierig ſeine Begleiter. Viele Feſte der Art ſah ich in Deutſchland, doch nirgend fand ich etwas Aehnliches, und betrachte ich den Regenbogen von Blau, Grün, Gelb, Feuerfarb, Roth und Violett und die liebreizenden Geſtalten darunter, ſo wird mir's gewiß, dieſes Feſtſpiel muß das ſinnigſte ſein von Allem, was ſolche Tage zieren kann.—

Du ahneſt recht, mein Freund, antwortete der ſanfte Chriſtoph. Dieſes Feſtſpiel iſt gefährlich, wie der Hin⸗ blick auf die verführeriſchen Circen, welche es regieren. Der Groel nennt es das Volk; Vornehm und Gering ſtrömt herbei, um zu wagen in dieſem Spiele, welches unſerer Stadt eigen und eigenthümlich iſt; aber Tauſende

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