Teil eines Werkes 
9 (1843)
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kinem feinen zurückgeſchlagenen Spitzenkragen umgeben, das in reichen Locken die Schultern umfliegende glänzende Goldhaar, eine beſondere und ſeltene ächt deutſche Schön⸗ heit, halfen dem Verdachte nach, indem der einzige Ge⸗ genredner, der kleine Flaumbart, über dem niedlich und keck aufgeworfenen Munde zu hell und dünn ſtand, um auf einige Schritte Weite nicht überſehen zu werden. Des Junkers Aeußeres, ſein Gang, ſeine Bewegung, ſeine Tracht verkündeten außerdem den wohlerzogenen Sprößling eines guten Hauſes; das Tuch ſeines Habits hatte Glanz und Feinheit, die hellblauen Puffen waren mit Silberſchnüren eingefaßt, am Sammetbaret wiegte ſich eine weiße Feder, der zierliche Stoßdegen zeigte am Griffe und an der Scheide feine Goldarbeit und ein auf⸗ fallend ſchöner Dolch von arabiſcher Arbeit, mit krumm⸗ gebogenem und mit grünen und rothen Edelſteinen be⸗ ſetzten Griffe fiel durch ſeine Form und ſeinen reichen Werth in die Augen. Die jungen Patrizier hatten eine Fußreiſe durch die ſehenswürdigen Harzgebirge gemacht, und droben auf dem Altvater Brocken den fremden rit⸗ terlichen Jüngling gefunden, der lebensmuthig, wie ſie, an den Abgründen der Gemſe gleich umherklomm, und ſich, wie ſie, einen Blocksbergſtrauß von Gebirgsblumen zur abenteuerlichen Zier des Barets ſuchte; und nach Art der Jugend, die in glücklicher Unbefangenheit nicht nach Rang und Habe fragt, ſondern nur den Reiſepaß in Augenſchein nimmt, den die Natur auf das Men⸗ ſchengeſicht ſchrieb, wurde in nächſter Herberge im ſchlechten Weine die Brüderſchaft beſiegelt, und leicht beredet folgte der Fremdling, der ſich frei nannte, wie Waldvogel und Damhirſch des Harzes, den neuen Freunden zu dem weitberühmten Johannisfeſte ihrer Va⸗ terſtadt.—

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