Teil eines Werkes 
9 (1843)
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knallten die Schüſſe der ſcharfen Büchſen, raſſelten die Trommelſchläge, welche einen guten Schuß begrüßten und verkündeten, kreiſchte das Geſchrei gedrückter Weiber, brummte der mißtönende Geſang der Trunkenbolde, und ſchnarrte der monotone Lockruf der Budenherren, die das allerletzte Zeichen ihrer Lotterie ausboten oder ihre wohl⸗ feile Waare anprieſen.

Trotz aller dieſer die Sinne betäubenden und verwir⸗ renden Töne ſo verſchiedener Art, wurde dennoch die Auf⸗ merkſamkeit derer, welche ſich dem Ufer des Okerfluſſes zunächſt befanden, durch eine Erſcheinung auf dem Waſſer erregt und feſtgehalten. Ein Häuflein junger, ritterlich geſchmückter und gewaffneter Männer ward am jenſeiti⸗ tigen Ufer ſichtbar, betrat die Fähre, und ſchiffte zu der Wieſe herüber. Die wohlgewappnete Schaar ſchien An⸗ fangs bedenklich; als jedoch der Fährmann ſein flaches Fahrzeug näher heran trieb, und man unter den Vor⸗ derſten die Söhne der älteſten Braunſchweigiſchen Häuſer, den Chriſtoph Hantelmann, den von Strombeck, zwei der Dammänner, den Veit von Walpke und den Karl von Blumenhagen? erkannte, ſo wurde die Beſorgniß zum Jubel über die Ankunft neuer, wackerer Gäſte, und man überſah, daß unter den Söhnen der Stadt ſich auch ein Fremdling geborgen hatte, der keinem von ihnen an Ju⸗ gendkraft, Jünglingsſchöne und adeliger Sitte nachſtand. Der junge Fremdling war kaum aus den Knabenjahren in das freie Jünglingsalter getreten, und die Weichheit ſeiner Züge, die Feinheit ſeiner Haut und Geſichtsfarbe, die Milde des hellen Auges konnten den Verdacht er⸗ wecken, ein Mädchen wohne in dem dunkelblauen Ritter⸗ wammſe, und der wohlgerundete ſchöne Hals, nackt, von

*Siehe Rippentrobbs Geſchichte von Braunſchweig. 1. LXRIII.