verſchworen hatte, der Erzfeind des Herzogs und ſeines Stammes zu bleiben bis zum Grabe. Und nur zu ſehr erkannte Heinrich an der Regelmäßigkeit der Kriegsfüh⸗ rung, an der Gewandtheit und Ordnung der braunſchwei⸗ giſchen Wappner, welch eines Mannes Geiſt ſie leitete, und nicht ohne Grauen hörte er den Namen Barner ausſprechen, den Namen des Mannes, deſſen Vater von des Herzogs eigner Hand im Thore des Steinbrücker Schloſſes getödtet war, der ihm mit Recht die Zerſtö⸗ rung ſeines ganzen Erdenglückes vorwarf, und ihm bei jeder Gelegenheit durch kühne Feindesthat in das Ohr rief, daß ſeine Erinnerung nicht ſchlafe, und ſein Herz dürſte nach einem Sühnopfer für die Manen des Er⸗ mordeten.
In ſolcher verzweifelten Lage, bei der Unmöglichkeit, von Kaiſer und Reich Hülfe zu erhalten, angegriffen im Herzen ſeines Landes durch die fliegenden Schaaren des grauſamen Vollraths von Mansfeld, durch das ſeltſame Bündniß des lutheriſchen Markgrafen, Albrechts von Brandenburg, und ſeines leiblichen Vetters, Erich von Hannover erſchreckt, vergaß Herzog Heinrich den Reli⸗ gionshaß und ſtellte dem wunderbaren Bündniſſe ſeiner Feinde ein gleich bizarres mit dem lutheriſchen Kurfür⸗ ſten, Moritz von Sachſen, und den lutheriſchen Vettern von Lüneburg entgegen, und beide buntſcheckigen Bundes⸗ genoſſen rüſteten ſich zu einem Kriege, bei dem ganz Deutſchland ſtaunen mußte, da die heilige Sache, welche die Völker ſeit dreißig Jahren als das höchſte und ein⸗ zige Intereſſe des Zeitalters betrachtet hatten, aus den Augen geſetzt wurde und ganz vergeſſen ſchien.
Auch die Bürger blieben nicht läſſig, da ſie aufs Neue die fürſtlichen Schwerter blitzen ſahen, obgleich


