Teil eines Werkes 
9 (1843)
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zwiſchen Fürſt und Bürger geführt. Der giftige Haß hatte nicht genug an dieſen Waffen der Ehre. Schmäh⸗ wort und Gänſekiel ſchlugen tiefere und ſchmerzlichere Wunden. Soldatenlieder, unter dem Namen des Wacht⸗ meiſters Veit von Wolfenbüttel edirt, ſang man auf Gaſſen und Heerſtraßen, in Bierſchenken und Weinkellern ab ohne Scheu. Die merkwürdige Sammlung ſchmal⸗ kaldiſcher Akten bewahrt bittere Pasquille auf, wo die Verſammlung der Teufel, unter des Lucifers und Me⸗ phiſtopheles Präſidium, den Herzog für ihren Sohn und Meiſter erkennt. Klageſchriften an Kaiſer und Reich von den Städtern und ſelbſt von dem ehrſamen Kurfürſten von Sachſen gerichtet, nennen in der derben Sprache der Zeit, die auch aus Luthers Schriften wiederhallt, den Heinrich von Wolfenbüttel einen Nabal, Nebukad⸗ nezar und raſenden Wolf und Brunſthengſt von der Staufenburg, bürden ihm alle Laſter auf, die nur einem gebrechlichen Menſchenſohne einwohnen können, machen ihn zum Hauptmanne der Mordbrennerbanden, welche damals die evangeliſchen Städte Nordhauſen, Goslar und Eimbeck in Aſche legten, beſchuldigten ihn der heim⸗ lichen Aufhebung ſtädtiſcher Geſandten und des Meuchel⸗ mords derſelben, ja dringen bis in das geheimſte Leben der fürſtlichen Familie, nennen ihn den grauſamen Mör⸗ der ſeiner Gemahlin Marie, die langſam der Gram ge⸗ tödtet haben ſollte über die wilde Liebe ihres Gatten zu ihrem ehemaligen Hoffräulein, der Eva von Troth, von der man wiſſen wollte, daß ſie zum Scheine beerdigt auf der Staufenburg lebe, und dem Herzoge ſieben Zeugen ſeiner Sünde geboren habe. Auch die Ver⸗ ſtoßung ſeines jüngſten Sohnes, des trefflichen Julius, der, mit einer Brandenburgerin vermählt, von früh an