Dreiſter als irgend eine Stadt Niederſachſens, leuchtete ſie in der Reformation voran, und ihr Beitritt zu dem Schmalkaldiſchen Bunde, das Bündniß, das ſie mit dem Könige der Dänen, dem Kurfürſten von Sachſen und dem Landgrafen von Heſſen ſchloß, der Fürſtentag, der in ihren Mauern ſelbſt 1537 gehalten ward, trieb des Herzogs Erbitterung bis zur Wuth.
Von allen Seiten durch die lutheriſchen Fürſten be⸗ drängt, ſtand er zwar feſt und unerſchrocken wie ſein großer Ahn, und ſein Wahlſpruch:
Neue Münze ſchlage ich,
Alle Kaſten voll hab' ich;
Alle Evangeliſchen wider mich;
Herzog Heinrich bleibe ich!— ſprach ſeine Denkungsart aus, aber noch hatte er der Unzahl ſeiner Gegner nicht Macht genug entgegen zu ſetzen, denen die erſte Stadt ſeiner Lande ſelbſt überall Vorſchub leiſtete, und daß durch Braunſchweigs Hülfe ſein Volfenbüttel erobert wurde, daß er landflüchtig werden mußte, daß der Braunſchweiger Burgemeiſter, Franz Kahle, ſich unterſtand, einer der Regenten des Landes zu werden, vergab er den Braunſchweigern ſelbſt auf dem Todbette nicht. Was half die Acht des Kaiſers? Goslar und Braunſchweig lachten des kaiſer⸗ lichen Briefes. Was half die fruchtloſe Belagerung, die keinen günſtigern Erfolg hatte, als ſein Vater gewann? Bei dem Kloſter Hockeln vom heſſiſchen Landgrafen ge⸗ ſchlagen und gefangen, konnte ihn nur der Sieg der Katholiſchen bei Mühlhauſen befreien, da der dort eben⸗ falls gefangene ſächſiſche Kurfürſt, Johann Friedrich, gegen ihn ausgetauſcht wurde. Aber nicht mit dem Schwerte allein wurde der Kampf


