Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Und gerade dieſes zauberiſche Fortſchreiten machte ihre Gegner erbitterter und gehäſſiger, da alle Erdenmacht vergebens beſchränken konnte, was vom Himmel ge⸗ ſchickt worden und mit überirdiſchen Kräften Widerſtand leiſtete.

Auch Herzog Heinrich ſah mit wachſendem Unmuthe täglich in ſeinen Erblanden die neue Lehre mehr Eingang gewinnen, und die Herzen ſeiner Unterthanen ihm, dem rifrigen Katholiken, abwendiger machen. Statt ſeiner Seele Duldung und Nachſicht einzupredigen, hetzten ſeine Rathgeber und Räthe, Burghard von Saldern und Bal⸗ thaſar von Stechaw, und alle, die ihm zunächſt ſtanden, ſeinen Grimm bis zur Wuth hinauf, weil ſie mit Neid die Macht der Städte betrachteten, und ihr Wachsthum ihnen wie dem Herrn Verluſt des Einfluſſes, ſchmerz⸗ lichern Verluſt der Einkünfte dräuete. So ward das heiße Blut des Fürſten entzündet mit Haß und Rachluſt, und beide erweckten dieſelben Laſter im Gemüthe der Bürger, und beide trieben den Zwiſt auf die Spitze, bis zein Vergleich möglich blieb. Schon Heinrich der Aeltere hatte verſucht, Braunſchweig zu demüthigen. Er forderte Zölle, Münze, Gerichte und ehemals verpfändete Grund⸗ ſtücke zurück. Die Braunſchweiger Bürgerſchaft antwor⸗ tete durch einen oſſenen Fehdebrief, und der beleidigte Jürſt richtete ſein Geſchütz gegen die Stadt. Von dem Burgemeiſter Lafferde und Plettenberg bei Bleckenſtädt geſchlagen, mußte er zufrieden ſein, einen Vergleich zu erringen, worin die Stadt zwar Geld und einige Dorf⸗ ſchaften opferte, jedoch ihre Privilegien durch einen neuen Huldbrief vermehrte. Schon eingenommen gegen die ehemalige Reſidenz ſeiner Vorfahren, fand Heinrich der Jüngere die Bürger derſelben gegen ihn nicht nachgiebiger.