Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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traurige Sicherheit geworden, und in einer tiefen Hoff⸗ nungsloſigkeit war alle Furcht untergegangen. Gewaltſam hatte der zermalmende Wetterſchlag auf den Ritter Hein⸗ rich von Wenden gewirkt. Sein Weſen war verwandelt, oder gleichſam im bittern Salzwaſſer des unnennbaren Schmerzes zur ſtarren inkruſtirten Säule geworden. Er ſprach nicht; er raſete nicht; er weinte nicht. Still und weich wie ein Kind, ging er ſtumm umher mit glanz⸗ loſen Augen. Niemand hätte den übermüthigen, kein uUnglück fürchtenden, herriſchen, lebeluſtigen Rittersmann von vorhin in ihm wieder erkannt.

Als er das erſchreckliche Wurfeiſen des rachelechzenden Bräutigams aus dem weißen Fleiſche der verbluteten Taube gezogen, innig das Blut aufgeküßt, und die Waffe mit bedeutſamem Blicke dem Grafen zur Verwahrung übergeben hatte, lud er ſelbſt die liebe, blutige Laſt auf den Dromedar, und leitete das Thier, wie ſonſt, zur Stadt hinein. Die Freunde mußten ihm nachgeben: und wer hätte auch wohl dieſer Trauermiene etwas abzuſchla⸗ gen vermocht? Sie mußten verweilen in der Stadt, bis die ſchöne Leiche von einem Egypter einbalſamirt, ihr jugendliches Herz in einer Silberkapſel verwahrt, und Alles in einem feinen Sarge vom Holze des Syko⸗ morus, mit Kaſſia und Akazienblüten ausgeſtreut, ver⸗ borgen war. Mit dieſer traurigen Liebesbeute, die Hein⸗ rich mit ſchlafentfremdetem Auge, wie der Gnome den Bergſchatz, bewachte, zogen ſie dann weiter, zum düſtern Trauerzuge geworden, Heinrich als bleicher Leichenführer, Hermann und Luzia als Gefolge; einige ernſte Templer gaben ihnen das Geleit.

Die Liebe iſt ein Palladium, das ſeinen Aeneas durch alle Wetter und alle Gefahr zum neuen Vaterlande