Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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geleitet, und dort dreifach zu erſetzen weiß, was er jemals verlor; ſie iſt ein Ariadne⸗Faden, welcher durch jeden Irrweg führt, und den Getreuen immer wieder zu dem einen lieben Platz der Sicherheit und Luſt zurücklenktz ſie iſt eine Panacee für jedes Leid, ſei es geiſtig oder dem Staube entſprungen; der Huldin Kuß ſchafft ſelbſt dem Unglücksſohne einen Somnambulism, in dem ſein inneres Auge nur Himmel ſieht; an der Schneebruſt des treuen, hochherzigen Weibes allein quillt der einzige Lethe der Erde; in den Wortzwillingen Mein! und Dein! miſcht ſich alles Höchſte und Innigſte der Menſchheit; Hangen an Heimath, an Eltern, Sucht nach Ruhm und Ehre und Glanz, Frömmigkeit und Anbetung, Alles das geht unter in dem Zwillingshauche, denn er umfaßt das Alles, und macht viel davon entbehrlich zugleich!

Graf Leuenrode und ſeine Luzia empfanden das täg⸗ lich mehr. Die wüſten Felder, durch die ihr ſaurer Marſch ging, und wo nur eine ſeltene Haſe den Schat⸗ tenbaum und den friſchen Trunk bot, waren ihnen glatte Prüfungswege zum Tempel des Glücks. Als ſie endlich des Jordanus heiliges Gewäſſer berührten, taufte ein Prieſter die Jungfrau nach apoſtoliſcher Sitte aus dem Fluſſe, und der Geliebte nannte ſie Sophia, weil ſie der Genius geweſen, der ihn zu ächter Weisheit geführt. Mit jener Andacht, welche in dem Herzen Altar und Thron hat, und die von verſchloſſenen Lippen bewacht wird, ſahen ſie die Leidensſtadt des Erlöſers amphithea⸗ traliſch aus Wieſengründen und ſchwarzen Felszacken zu⸗ gleich empor ſteigen mit ihren Thürmen und koloſſalen Gebäuden. Trotz ihrer weiten, ermattenden Reiſe be⸗ folgten ſie den alten Gebrauch, dreimal rund um Jeru⸗ ſalem zu wandern, von Weſt durch Süd nach Oſt, ehe

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