Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Armer Vater! Dein Befehlswort war ein ſelbſtmörderi⸗ ſcher Dolchſtoß, der alle Deine Hoffnungen durchſchnitt!

Die Spitzen der Tataren fehlten; aber des raſenden Bräutigams Speer fuhr durch den ſchlanken Rücken der edlen Reiterin, und warf ſie todtwund vom Kameele herab. Das Eiſen ſchnitt zugleich durch das Vaterherz, der bei dem Anblicke ſeine Waffen fortwarf, und laut aufſchreiend, mit dem Wehgeſchrei des hoch in der Luft getroffenen Falken, mit beiden Händen ſein leichenfahles Antlitz bedeckte. Nureddin fiel jetzt in grimmigſter Ver⸗ zweiflung den Grafen an, der jedoch, wenn auch den Schild entbehrend, beſonnen ſeine Zirkelſtreiche auffing, und den Wendungen ſeines gewandten Roſſes auszuwei⸗ chen wußte. Ein Häuflein Templer trabte aus den Gär⸗ ten heran; die Muſelmänner mußten zerknirſcht den 6 ſicher geglaubten Sieg fahren laſſen, und den Greis in ihre Mitte nehmend, ſuchten ſie, verfolgt von den chriſt⸗ lichen Streitern, des Haines Dunkel.

Gerettet war zwar die Mehrzahl der kleinen Kara⸗ vane, doch bezahlt hatte ſich das ernſte Schickſal gemacht. Da lag ſie auf den Blumen der Wieſe, die Prachtblüte des Fürſtengartens. Mit einem leichten Seufzer hatte ſie ſchnell geendet in dem Schmerzeskuſſe des über ſie hingeworfenen Geliebten, und in einem Blutguſſe das reiche, warme Mädchenleben verſtrömt. Hermann und Luzia ſtürzten ſich wortlos in die Arme; im Unglück des Nächſten und an den Gräbern ſeiner Seligkeit fühlt der Menſch ſein gerettetes Glück doppelt, und das weinende Mitleid miſcht ſich innig mit einem Dankgebete zu der ewigen Unerforſchlichkeit, welche über den Sternen nach

ewigem Normalmaß Weh und Freude vertheilt.

Aus der fröhlichen Flucht war nun plötzlich eine

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