Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Säumen hinein in den Felſenweg alle Ihr! rief der entſchloſſene Kämpe. Erhebt ein Nothgeſchrei zur Stadt hinauf; ich feſſele ſo lange nach Möglichkeit die Verfolger.

Wahl war hier nicht. Der Inſtinkt trieb die drei Wehrloſen flüchtig dem Felſenborde zu; Leuenrode, der brave Kriegsheld, zog ſein ſchimmerndes Schwert, den alten Freund in Noth, und ſtellte, einem unbezwingbaren Cherub gleich, ſich mitten auf den Weg.

Zwei heranfliegende Tataren ſtutzten vor der uner⸗ warteten Erſcheinung, und hielten die Pferde an; dicht hinter ihnen ſprengten zwei anſehnlichere Feinde daher; es war der wilde Nureddin ſelbſt, mit ihm der Emir Sankar⸗Derar, der beleidigte Bräutigam, der beraubte Vater.

Der Emir erkannte den Grafen ſogleich, trotz des Pilgerkleides. Er faßte in Nureddins Arm, welcher mit Blicken, aus denen Tod ſprühte, ſchon den Wurfſpieß ſchwang.

Halt ein! rief er ſtark. Du verfehlſt ſonſt Dein Opfer! Dieſer da war mein Schutzgeiſt am Ufer des Skirtos! meinen Kopf danke ich ſeiner Hochherzigkeit. Weiche uns, und laß frei den Paß! ſprach er dann ſanfter zu dem Grafen, der unbeweglich, wie ein rho⸗ diſcher Koloß, mit hochgehaltenem Schwerte ſtand. Hin⸗ dere nicht Gerechtigkeit und Rache! ich will nur die Tochter und des vermaledeieten Räubers Herzblut; ſicher biſt Du mit den Deinen!

Leuenrode regte kein Glied; der Dromedar trabte ſchon dicht am ſchutzverſprechenden Eingange.

Werft die Wurfſpieße auf den Räuber, ſonſt rettet er die Beute; denn dort durch die Gärten nahen Pan⸗ zerreiter! ſo kreiſchte der Emir, und drei Speere flogen.