Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Alle glaubten ſich nun gerettet, und doch zog der Todesengel noch dicht hinter ihnen, ſein Opfer ſich mit düſterm Blicke erkieſend. Mehre flüchtige Chriſtenritter ereilten die kleine Karavane noch, die auf guten Roſſen dem Blutbade zu Edeſſa, wie ſie, entronnen waren. Je⸗ der derſelben ermahnte ſie zur Vorſicht und Eile, denn nach allen Gegenden, ſogar über den Euphrat hin, ver⸗ folgten raubluſtige leichte Geſchwader der Osmanlis die verſprengten Edeſſaner, und plünderten alle offenen Plätze aus, da unglücklicher Weiſe in dieſer Zeit und Gegend keine Chriſtenmacht ihnen irgendwo Halt gebieten konnte. Vorſichtig ſuchte darum auch unſer Doppelpaar ſichernde Nachtquartiere ⸗in ſtarkbewohnten Orten.

So ſahen ſie an einem Abende auch ſchon eine gaſt⸗ liche Stadt vor ſich liegen. Umzäunte Gärten ſtreckten ſich weit hinaus an der einen Seite; an der andern führte eine hohle Straße durch enge Felſengruppen zum Thore. Ohne Furcht noch Ahnung zogen die Pilgrimme durch einen luftigen Hain von Linſenbäumen, Palmen und Johannisbrod, der ſich faſt bis zu dem erſten Gra⸗ nitblocke der hohen Straße erſtreckte. Nur durch eine ſchmale Raſenfläche war Hain und Klippeneingang der Thorſtraße getrennt. Doch gerade dieſen grünen Altar hatte ſich der Todesengel auserkoren.

Kaum hatte der Dromedar, auf welchem die ſchöne Zittah ſaß, und den Heinrich von Wenden leitete, den Platz betreten, ſo hörte Graf Hermann, welcher den Zug ſchloß, ein ſeltſames Rauſchen durch den Hain her, und auf dem Pfade, den ſie verlaſſen, blitzten über die Johannisbrodbüſche hinaus Lanzenſpitzen und weiße Turbane.

Bei Jeſus Wunden, Sarazenen hinter uns! Ohne