anvertraue? Nimm ſie denn, Du, wenn ich verbluten ſollte, ihr Bruder! Deine Ritterhandſchuhe hefte ich als Pfand für ſie an mein Fähnlein. Graf, wenn Kaiſer Konrad Euch ehren wollte, höher vermöchte er's nimmer. Sie iſt eine geborene Königin des Menſchengeſchlechts, und ich habe ihr Alles genommen. Wenn ich falle, ſteht ſie allein. Bedenke darum, welch eine Pflicht Du auf Dich geladen!—
Zittah ſchluzte; Hermann und Luzia drückten ſich die Hände in ſtiller Zärtlichkeit. Ob ich nicht ſchon höhere Pflicht, als der Uebermüthige da hernennt, trage auf der Bruſt und am Schwertknopfe? flüſterte er zu ihr. Aber der Menſch iſt ſo überall; Egoismus iſt ſein Götze, und nur was er hat und iſt und fühlt, gilt ihm etwas.—
Der verhängnißvo llſte Abend ſank herab, mit ihm die vöſe Abſchiedsſtunde, welche ſechs Herzen in Wermuth tauchte. Wehmüthig herzlich, doch ſtark ſchieden der Ar⸗ menier und ſein Schüler; im ſchärferen Schmerz und in rinnenden Thränen Eljakim und Luzia, die mit bangen⸗ der Vorahnung den Vater noch immer überreden wollte, mit ihnen zu ziehen; in Herz und Seele zerfleiſchender Verzweiflung trennten ſich Zittah und ihr Ritter, und nur die treibende Mahnung des Armeniers, nur die dumpfverhaltenen Hörner⸗ und Trompetenſtimmen in der Stadt vermochten die unendliche Umhalſung zu löſen. S
Die drei Pilger zogen ab. Sicher nahm das innere Gewölbe der römiſchen Waſſerleitung ſie auf, welches ſpätere Nachkommen wahrſcheinlich zu ſolchem Schlupf⸗ wege ausgebildet hatten, und führte ſie aus dem Be⸗ zirke der Stadt; nur wie Gebrauſe ziehender Bienen⸗


