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ſchwärme umgab ihren dunkeln Weg das Getümmel der mordgierigen Schaaren Nureddins draußen am Gemäuer. Der junge Fluß, zu dem ſie gelangten, vom fremden Waſſer wieder leer, war ohne Breite und Tiefe; das Mondlicht ſchwankte auf ſeinem zitternden Spiegel, und die ſeichte Furt war bald gefunden. Die kühnen Mäd⸗ chen löſeten ſich die Sandalen, ſchürzten die Gewänder, und trotz dem Drohen der Stunde ſchlug eine glühende Trunkenheit über des unentnervten Jünglings Wange, als er vor ſich hinplätſchernd die kleinen Wellen wie in Lüſternheit hinauf greifen ſah um die runden, nackten Füßchen und weißen, vollen Glieder der Jungfrauen.
Ruhiger ſetzten nun Alle ihre Reiſe fort, doch noch ohne Geſpräch, mit ſich ſelbſt zuerſt beſchäftigt; nur ein tiefer Seufzer der Emirstochter, oder ein Vertrauen aus⸗ ſprechender Händedruck der beiden Glücklichern unterbrach dann und wann die innern Selbſtgeſpräche. Wunderbar war für den Grafen Leuenrode der Vergleich ſeines Vor⸗ hin und ſeines Jetzt. Zwei der ſchönſten Menſchenblu⸗ men des Orients zogen da vor ihm hin, ihm überlaſſen, ihm gehörig, abhängig von ihm. Die weißen Pilger⸗ kleider mit weitem, ſchwarzem Kragen, und der große Muſchelhut machten die lieblichen Geſtalten nur' noch anziehender. Er ſelbſt, ſonſt mit Erz umgeben und mit dem dräuenden Schmucke ſeines Standes, trug jetzt die leichte, braune Kutte des Wallfahrers; auf ſeinem Rücken hing der Reiſeſack; in der Schärpe ruhte der wunde Arm des edeln Schildes; nur neben der Kürbisflaſche prangte an der Hüfte hoch gehangen das blankbeſcheidete Ritterſchwert, das letzte Ueberbleibſel ſeiner thatenvollen Vergangenheit.
Doch nicht gar lange blieb ihre Reiſe ſo friedlich.
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