Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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befangen, Er, durch die Spannung eines nie geträumten Glücks, Sie, durch die überraſchende Verwandlung troſt⸗ los geglaubter Neigung zu einem Sterbenden in faſt eben ſo hoffnungsloſe Glut für den Geretteten.—

Hermann konnte ſeine Augen nicht abziehen von dem lieblichſten Weibe der Erde; alle ſeine Schmerzen waren fort, der gelähmte Arm allein, den er ausſtrecken wollte nach ihr, erinnerte ihn an das Irdiſche ſeines Daſeins und ſeine ſo armſelige Vergangenheit. Er forderte zu trinken, und als ſie ihm den Silberbecher reichte, da faßte er über das Gefäß hin nach ihrer Lilienhand, und zog ſie zu ſich. Luzia erröthete bis tief in den weißen Buſen hinein.

Nein, Mädchen, ſagte er mit Innigkeit und tiefem Gefühl, nein, ich kann nicht ſterben, denn jetzt wäre mir der oft gewünſchte Ehrentod eine Strafe; jetzt mein Sterbemoment ein Folterbett, was ich wohl nicht ver⸗ dienet.—

Seid ruhig, Herr Ritter! ſprach die Jungfrau ver⸗ wundert. Euer Fieber fordert das.—

Du glaubſt, ich ſpräche in Phantaſien des glühenden Fieberblutes, Luzia? fragte lächelnd der Jüngling. So gewiß meine Sinne gut und geſund waren, obgleich die Muskeln alle da lagen ſtarr und todt; ſo gewiß ich da eines Engels Stimme vernahm, die mir ausſprach, was das höchſte Erdenheil gibt, und was ein Himmelsſpruch bleibt, in mein irres, wüſtes Leben gerufen, ſo gewiß rede ich jetzt nicht irre, wenn ich mit allen Tönen, in denen Liebe zu bitten vermag, jetzt und immerfort zu Dir ſprechen werde: Luzia, Du Schooßkind des Schöpfers⸗ Du einziges vollendetes Ebenbild ſeiner Götternatur,