Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Finger, und als zugleich ein lauer, ütientziner Athem⸗ zug, mit einem Seufzer gemiſcht, betäubend dicht an des Jünglings Lippe hinwehte, ſo fiel er in ſeine tiefe Sinnloſigkeit zurück, und hörte nichts und fühlte nichts mehr.—

Es war tiefe Nacht; ein Lämpchen flackerte; der Holzwurm allein war wach und arbeitſam. Hermann von Leuenrode! ſo glaubte der Kranke ſich gerufen zu hören, zugleich war es, als ſchwanke der Boden unter ihm, und als tobe ein wilder Donner draußen durch die Lüfte hin. Er konnte die Augenlieder öffnen, doch ohne Regung lag ſein Körper noch. Ein enges Gemach mit einer gewölbten Decke umgab ihn; von ſeinem Ruhebett führte eine kleine, gewundene Treppe zu einer ſchmalen, gothiſchen Spitzthür. Er lag horchend. Da knarrte die Thür, öffnete ſich, und mit Erſchrecken ſah er einen ſeltſamen Gaſt eintreten durch ſie, und zuſchreiten auf ſich. Es war ein rieſenlanges, weißes Menſchenſkelett; auf dem nackten Schädel prangte ein blanker Stahlhelm, ſtatt des Schmuckes auf ſeiner Höhe ein kleines Metall⸗ kreuz tragend; an der Hüfte hing ein langes, nacktes Ritterſchwert; ſonſt bedeckungslos bewegten ſich die Kno⸗ chenglieder ohne Fleiſch und Sehnen; die Schritte klap⸗ perten auf dem Fußboden, und dicht vor dem ſtarren Kranken machte der weiße Rieſenmann Halt.

Dunkle Augen ſtarrten zu ihm her aus nackten Höhlen, und der weißzahnige, weite Mund öffnete ſich langſam. Junges, nordiſches Heldenkind! ſprach das Nachtgeſpenſt hohl, wie aus tiefem Gewölbe heraus, höre mich an mit Deiner ganzen Seele!— Mein und Dein Verhängniß ſtehen auf einer Tafel; ich war der trübe Anfang,