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Die beiden Alten gingen. Es wurde ſtill um den Starrſüchtigen, doch wie Tropfenfall im Steingemach ward jetzt ein leiſes Schluchzen vernehmlich, und eine zarte Hand, warm und weich wie Sammet, fühlte der iunge Mann ſich legen auf ſeine Rechte, und einige heiße Thränentropfen brannten auf dem Fleiſche ſeines nackten Armes. Leiſe klang es dann dicht über ihm, wie Klage ſeiner heimathlichen Nachtigall im Buchenwipfel.
Wo iſt Dein Leben? Wo Deine große Seele jetzt? fragte es. Biſt Du ſchon weit von hier, und ließeſt Dein Bild nur da zu Pein und Gram für die arme Luzie? O, warum biſt Du im Tode noch ſo ſchön, blon⸗ der Frankenſohn, daß alle Engel, zu denen Luzie betete, häßlich geworden neben Dir, und ihre Fittiche ſchmutzig neben Deinem weichen Lockengehänge!— Warum biſt Du nicht von unſerm Volke, nicht mein Bruder, mein Freund? O, wenn friſches Blut Dich heilen könnte, oder wenn ein Leben Preis ſein kann für ein anderes, wie unſere Weiſen ſagen, nehmt das meinige! In dieſem Anblicke zeigte ſich mir ein Leben und ein Wunſch zuerſt, wie könnte Luzie leben, wenn ſie dieſen in der kalten Erde wüßte!—
Der Iſraelit kam von der Begleitung des Beſuchs zurück. Hole Meckabalſam aus dem Medizinſchrein! ge⸗ bot er ernſt. Ein neuer Verband thut Noth, denn es ſteckt noch ein Splitter drinnen. Löſe auch Pflanzenſalz auf im friſchen Münzwaſſer, und bringe thebaiſche Eſſenz, vielleicht ſchluckt der Kranke anjetzo.—
Weinend ging das Mädchen. Eljakim löſete indeß die Binden von der Hand, ſtill dabei in ſich hinein murmelnd. Bald kam der Frauentritt zurück; doch wenige Minuten nachher zuckte ein endloſer Schmerz durch die zerriſſenen


