Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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ihn bis hieher auf mein Bett. Ein Todtenkrampf hat ihn gefaßt mit rieſigem Polypenarme, und umkrallet ihm Sinne und Muskeln. Doch iſt das bei ſolcher Wundung nichts Beſonderes, und der Herr wird mir ſchon beiſtehen, daß ich zwinge den Feind.—

Thue Dein Möglichſtes! erwiderte der Tempelmeiſter. Ich werde Dein Schuldner für das Kunſtſtück, und ich werde kein Geiziger ſein.—

Dieſer Kranke hat ſchon voraus gezahlt, und Der da droben zahlt nach für ſolch guten Sohn! ſprach der Iſraelit voll Andacht.—

Recht ſo, alter Freund! Er war ein guter Sohn des großen Vaters; und alle Menſchenleben, die geſtern und

heute verbluteten, wogen vielleicht nicht ſo ſchwer in der Wage der Ewigkeit, wie dieſes.— Die erſte Lebensglut

zuckte wieder durch Hermann's Glieder bei den Lauten, die dieſe Worte trugen. Es war ſein Armenier, welcher ſprach, welcher ihm den Leichenſermon hielt. Dieſe ſanft⸗ klingende, herzige Stimme war nur Einmal unter Millionen Menſchenzungen. Die Seele wollte auf, hin zu ihm, dem Angebeteten, aber die kalten Ketten des Krampfes drückten ſchwer auf alle Muskeln wie Zentnergewicht. Du wirſt thun, was Du kannſt; thun, was Du thäteſt am Sohne, ſprach die Apoſtelſtimme fort. Wir müſſen zum Joscelin, ihn warnen, berathen mit ihm, denn Nureddin wird nicht lange ſäumen, und dann wöchte die Stadt verloren ſein, und jedes Haupt in ihr.— Er legte die Hand auf des Kranken verbundene Stirn.— Lebe wohl, theurer Jüngling! Geneſeſt Du, ſo iſt vielleicht die zerſchmetterte Heldenhand Dir ein Scheidebrief von falſcher Ruhmſucht und verführeriſcher Ritterlichkeit; Du gehörſt dann ganz für uns, ganz für die Menſchheit.— Blumenhagen. VIII. 25