Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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auf dem Kleide oder gar auf der Zunge des Nächſten. — Trübſinnig ſah er ſo dem Fortſtürzenden nach, und ließ dann auch ſich wappnen.—

Eine ſehr heiße Stunde kam für das Chriſtenheer. Tapfere Männer hielten die Burg beſetzt. Joscelin hatte nicht Sturmgeräth, noch Holzvorrath zum Bau der Thürme und Balliſten. Inwendig war alles Wurfge⸗ räth im guten Stande. Ein Anlauf auf das Thor ſollte

entſcheiden; ſo meinte der ſtolze Wahn. Die abgeſeſſe⸗

nen Ritter berannten unter Sturmdächern das Thor, und des Widders Gewalt griff die eichenen Flügel an. Doch der dreimal wiederholte Anfall gab kein Gelingen, ſon⸗ dern nur Verderben. Sandberge waren innen aufge⸗ häuft vor dem eiſenbeſchlagenen Thore; Hunderte der Stürmer wurden zermalmet von geworfenen Steinen und vom herabgeſchleuderten Balkenwerk; Hunderte ent⸗ ſetzlich verbrannt von herabgegoſſenem, ſiedendem Oele; die Giftpfeile der Osmanlis tilgten manch fränkiſch Le⸗ ben. Graf Leuenrode war gleich anfangs vorn im heiße⸗ ſten Gedränge. Mit unmächtigem Knirſchen mußte Jos⸗ celin abziehen von der Burg in die Stadt zurück, und er wurde ſeines geſtrigen Sieges nicht froh, der ohne Kranz blieb, ſo lange von den Thürmen der feſten Burg die Fahne der Feinde, ihn verſpottend, flatterte.

Wie aus einem langen Todesſchlafe erwachte Graf Hermann. Ein brennender, unſäglicher Schmerz nagte an ſeiner linken Hand, das war ſein erſtes Empfinden. Er wollte klagen, aber ſeine Zunge lag regungslos und trocken wie Holz an dem Gaumen; in ſeinen Adern ſchien das Blut zu kaltem Blei geronnen, denn kein