Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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ſich der Thüre entgegen. Heinrich von Wenden und Hermann von Leuenrode ſchritten ehrfurchtsvoll über die Schwelle. Sie waren Beide ohne Waffen und Kriegs⸗ kleid. Ein ſchlichter Koller von Hirſchleder deckte den Letztern, die reichen, blonden Locken wallten unter dem ſchwarzbefiederten Sammetbarette hervor; von goldenen Ketten und Knäufen blitzte das blauſeidene Prunkkleid des Erſtern, und aus Diamanten hob ſich des Ritter⸗ hutes Straußenbuſch. Der Meiſter maaß Beide mit ſtrengen Blicken.—

Ihr Akolythen des Tempelbundes, begann er dann mit feierlich, langſamer Stimme, ich habe euch rufen laſſen, um ein gewichtig Wort mit Jedem zu ſprechen, ehe ich euch ſenden darf zur heiligen Stadt, wo die Weihe den Geprüften erwartet.—

Auch dieſer ein Akolyth? fragte Ritter Heinrich mit bitterer Verwunderung. Ohne ſich unterbrechen zu laſſen, fuhr der Meiſter fort: Zuerſt ein Wort an Dich, von Wenden!— Du willſt ein Knecht werden und ein Kum⸗ pan des Tempels? Haſt Du bedacht, was Du wollteſt? Du haſt nicht bedacht, was Du wollteſt. Keuſchheit und Armuth ſind des Ordens Gelübde, und doch prunkeſt Du ſelbſt vor mir in dem Seidenwammſe der Zierlichen und Schwindler, doch hegſt Du ſeit geſtern eine Türken⸗ virne bei Dir in Deinem Quartier, und girreſt um ſie her wie ein verliebter Turteltäuber. Wo ſchauet der Templer da heraus? Was ſollen die alten Herren des Bundes an Dir finden und von Dir hoffen?— Ich, als der Großmeiſter, fordere darum ſtrenge von Dir, thue den Prunk fort und die weltliche Narrethei, und liefere die Dirne dem Orden aus, damit ihr Löſegeld