Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Wenden ihre hiere vom Ufer herab den Flüchtlingen nach. Die Wogen ſchlugen über die Sättel der gehar⸗

niſchten Schwimmer hin, doch Mann und Pferd ſchienen

entbrannt von gleicher Begier; die donnernden, ſchlin⸗ genden, wirbelnden Wellen unterlagen dem Menſchen⸗ willen, und faſt mit den Osmanlis zugleich waren die Deutſchen am jenſeitigen Sandufer. Drei ſichere Schwert⸗ ſtöße trafen die Vertheidiger des Fürſten mit Todeswunden,

und Graf Hermann drängte jetzt, den waffenloſen Feind

ohne Schneide berennend, mit dem großen Eiſenſchilde den Greis vom Rücken ſeines Hengſtes hinab, glitt ihm nach auf den Boden, und entriß machtvoll ſeinem mark⸗ loſen Arme die ſtolze Fahne als eine herrliche Beute. Sankar⸗Derar zückte den Diamanten beſetzten Dolch.

Tödte mich und die Tochter, junger Held! rief er ver⸗ zweifelnd. Dann mag Allah Dich ſegnen, und ich will

Dir, dem Ungläubigen, noch danken im letzten Gebete.—

Hermann ſah zur Seite, wohin der Damascenerdolch zuckte, und erblickte den Braunſchweiger, wie er die halb ohnmächtige Zittah umſchlungen hielt, und mit funkelnden Blicken an den engelſchönen Zügen hing, die der treuloſe Schleier, im Lanzengedränge und vom Wind⸗ ſtoße zerriſſen, nicht mehr ſittlich verhüllte.

Biſt Du ein Menſch, Chriſt, ſo tödte mich und die Tochter zugleich! heulte nochmals der Greis, und wand ſich im Staube vor dem Eiſernen. Du glaubſt einen Gott wie ich, denke an den Erbarmer, und gib ihr, wie mir, den Gnadenſtoß der einzigen Rettung!—

Mein iſt ſie! jauchzte Heinrich. Eine heilige Maria ſoll ſie werden und ich ihr Ritter!—

Wollt Ihr Löſegeld? drängte der Greis hervor mit zitternder Stimme, durch die Unthätigkeit beider Feinde