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liebliche Stimme und ſprach ſo mild wie ein Weſt im Blumengarten ſäuſelt: Glaube und bete, damit Dir die Reue nicht nöthig, wenn Deine Augen ſehen!—
Der Graf drehete ſich raſch zu der Stimme hin, die Hand mit dem Schwerte hob ſich, allein plötzlich er⸗ griffen und geſchüttelt von geheimen Bebungen ſeiner menſchlichen Natur, faßte er des Greiſen Hand, riß ihn auf vom Steinſitze und zog ihn mit ſich fort aus der Kapelle.
Die Schmauſerei der Bauern und Dienſtmannen hatte längſt ihr Ende genommen, und diejenigen, wel⸗ chen der Kellermeiſter zu viel Güte erwieſen, und welche deßhalb den weiten Heimmarſch ſich nicht zu vollführen getraueten, ruheten längſt ſüß und weich auf dem Heu des Stalles oder in einem Bett, das ihnen ein gutwil⸗ liger Knecht eingeräumt. Die herrſchaftliche Familie hatte gleichfalls ihr ſtilles Mahl vollendet, welches ernſter und trauriger geworden, als die glückliche Lage derſelben hätte denken laſſen, da Graf Thielo, nachdem die Klei⸗ nen abſeit gebracht, der Gattin und der Tochter alle Umſtände des Todes ſeiner Vorgänger im Regiment entdeckte, wie er ſie aus dem Munde des Kaſtellans ge⸗ hört, mit Ausſchluß des Schloßſpuks, über welchen noch ſelbſt ſeine Sinne und ſein Unglaube nicht einig gewor⸗ den. Man begab ſich zur Ruhe, und Katharina betrat das freundliche, ihr beſtimmte Schlafgemach, welches dicht an das der Eltern grenzte, und in welchem der muntere Aldo und die kleine Apollonia längſt in den Armen des glückſpendenden Traumgottes ſchlummerten. Katharina war für ihre Jahre auffallend ausgewachſen;


