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ſtiegen behutſam die Stufen hinab, die in das Gewölbe führten.
Da ſtand der ſtämmige, lebensreiche Thielo unter den Verweſeten ſeines Bluts; zwei lange Reihen ſtatt⸗ licher Särge umgaben ihn; das blanke Zinn, wovon manches dieſer ſtillen Häuſer gefertigt worden, ſpottete in ſeinem Silberglanze der Eitelkeit, die auch hier noch vorgewaltet; die Wappen und Siegestrophäen und langen Inſchriften, womit mancher Deckel bemalt worden, ſpra⸗ chen ſarkaſtiſch den Stolz aus, der ſeine Grenzen bis in das Reich der Verweſung ausgedehnt hatte nutz⸗ los, da kein Auge ſich an ſeinem Prunk zu weiden be⸗ gierig war, und eine Fledermaus, die ſcheu und für ihr Neſt in der Mauerſpalte beſorgt, an der Dicke hin und her ſchoß, bezeugte die Ohnmacht dieſer männlichen Schlä⸗ fer, von denen Mancher die Welt zittern gemacht.
Dieſes ſind die Schlafſtätten des letzten Grafen und der Gräfin Emma, ſagt jetzt halblaut der Kaſtellan, indem er auf zwei Särge zeigte, über welche eine große rothe Sammetdecke gebreitet lag, und zu deren Kopfende man den Wappenſchild verkehrt, mit der Helmzierde zu unterſt, und mit einem Trauerflor bedeckt, aufgeh angen, zum Zeichen der ausgeſtorbenen Hauptlinie, welche Her⸗ mann beſchloſſen.
Welch ein zinnernes Käſtchen iſt das, dort zu den Füßen der Särge? fragte der Graf.—
Ja, ja, antwortete der Kaſtellan, das iſt der lauteſte Kläger gegen den Meuchelmörder, der drei Blutſchulden in einer Stunde auf ſich wälzte, und die heiligſte Un⸗ ſchuld des Ungeborenen nicht ſchonte. Als die Frauen den Leichnam der Gräfin aufhoben, um ihn zur Beſtat⸗ tung zu bereiten, fand man den ſehnlichſt erwarteten


